Hallo 2026 – packen wir´s an!
„365 neue Tage, 365 neue Chancen“
Nach diesem Motto geht die Brost-Stiftung das Jahr 2026 an. Neue Projekte sind am Start, erfolgreich-bewährte werden mit Enthusiasmus fortgesetzt.
Für den neuen Metropolenschreiber Dr. Peter Neumann bedeutet der Jahresbeginn auch einen Ortswechsel. Aus dem vertrauten Wohnumfeld in Berlin und Hamburg zieht der promovierte Philosoph nach Mülheim, um in den folgenden Monaten aus seinem Blickwinkel auf das Ruhrgebiet zu schauen. Im Herbst 2025 erschien sein politischer Essay „Mentalitäten. Wie wir besser verstehen, was uns trennt und was uns eint“. Auszüge daraus werden am 29. Januar 2026 im Rahmen der Antrittslesung im ehemaligen „Wohnzimmer“ der Eheleute Brost präsentiert. Im Zusammenspiel mit Moderatorin Catherine Newmark erläutert Neumann Beweggründe und geplante Aktivitäten als Metropolenschreiber.
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Bühne frei - für dich!
Nach dem erfolgreichen Start geht die Veranstaltungsreihe „Heimat Ruhr – Vor Ort mit Peter Lohmeyer“ in eine neue Runde. Im Fokus stehen Orte, an denen bereits Kultur stattfindet oder entstehen kann, wie im Stadtquartier Gelsenkirchen-Ückendorf. „Hier ist eine vitale Szene entstanden mit zahlreichen Künstlern“, erklärt Marcus Kiel, der die Gesprächsrunden zum Heimatbegriff im Ruhrgebiet weiter künstlerisch begleitet. „Wir möchten diese Initiativen stärken, indem wir vor Ort Partnerschaften organisieren.“
Im Rahmen des Projekts werden kreative Nachwuchstalente zwischen 18 und 25 Jahren gesucht, die ihre Kunst in kurzen Slots vor und nach den Veranstaltungen präsentieren– live auf einer echten Bühne. Einsendungen von Video- oder Audioaufnahmen deiner Performance, egal ob Solo-Act, Studioaufnahme oder Live-Mitschnitt sind bis zum 31. Januar möglich an: veranstaltungen@broststiftung.ruhr.
Es winkt ein vergüteter Auftritt und eine Bühne für künstlerische Beiträge.
„Es ist wichtig, den Menschen Räume zu geben und die Kreativität voranzubringen. Dafür braucht es Geld und Unterstützung, aber immer mit den Menschen vor Ort, die Ideen haben.“
— Peter Lohmeyer
Zeugen für die Ewigkeit
Ein Moment zum Innehalten im Ausblick auf einen ereignisreichen Jahresauftakt ist der 27. Januar 2026: Am Tag des Gedenkens der Opfer des Nationalsozialismus wird HOLO-VOICES auf dem UNESCO-Welterbe Zollverein von Ministerpräsident Hendrik Wüst eröffnet.
Das u.a. von der Brost-Stiftung geförderte Projekt der TU Dortmund in Kooperation mit dem Ministerium für Kultur und Wissenschaft NRW, der Stiftung Zollverein und dem Verein Zweitzeugen e.V. hat ein europaweit neuartiges Format der Erinnerungskultur entwickelt. Digitale, interaktive Hologramm-Interviews mit Überlebenden der Shoah wie Zeitzeugin Eva Weyl, Tochter eines Textilkaufmanns aus Kleve.
Mithilfe moderner KI-Technologie reagieren diese Projektionen realitätsnah auf Fragen des Publikums und ermöglichen eindrucksvolle Begegnungen mit Zeitzeugen, die bald nicht mehr leben werden. Ergänzt werden die Hologramme durch Ausstellungen zur Shoah sowie zur Zwangsarbeit im Steinkohlenbergbau – mit direktem Bezug zum UNESCO-Welterbe Zollverein. Das Projekt richtet sich an Schulklassen, aber auch an die breite Öffentlichkeit im Ruhrgebiet. Ziel ist es, Erinnerungen lebendig zu halten, junge Menschen zum Nachdenken und Handeln gegen Extremismus zu bewegen und damit einen nachhaltigen Beitrag zur politischen Bildung und demokratischen Resilienz zu leisten.
„Die moderne Technik mit KI ist fantastisch. So kann ich mithelfen, dass die Geschichte bewahrt bleibt. Besonders den jungen Menschen möchte ich sagen: Ihr müsst die Vergangenheit kennen, um zu helfen, dass der Frieden bewahrt bleibt…“
— Zeitzeugin Eva Weyl
Erleben fürs Leben
Nachhaltige Impulse will das vielfältige Projektangebot der Brost-Stiftung auch in weiteren Lebensbereichen vermitteln. Bei „Ruhr Natur“ begegnen sich junge Menschen aus den zwei „Welten“ Alpen und Ruhrgebiet. Während der Kohlebergbau ein Treiber der Erderwärmung war, werden die Folgen gerade in den Hochgebirgsregionen besonders deutlich.
Im Schüleraustausch tauchen die Gäste aus Südtirol kurzzeitig in eine dichtbesiedelte Städteregion ein, mit einem prallen Angebot an Kultur und Konsumangeboten. Beim Gegenbesuch erwartet die Ruhrgebietskids eine weitgehend unbekannte Bergwelt, im Mai 2026 treffen die Schüler des Dortmunder Leibniz-Gymnasiums auch wieder mit Projektpate Reinhold Messner zusammen.
Für Lehrer Markus Schalker, der bereits im letzten Jahr eine Klasse begleitete, gehören die Begegnungen mit der Bergsteigerlegende und dessen Frau Diane zum Herzstück des Projektes: „Die Gespräche fesseln die Schüler, die Messners schaffen gleichzeitig ein nachhaltiges Bewusstsein für den Erhalt unserer Umwelt. Für die meisten Schüler gehört der Austausch zu den Höhepunkten ihrer Schulzeit.“
Nahrung für Leib und Seele
Im Blick über die Grenzen des Ruhrgebietes hinaus bleiben die Herausforderungen vor der eigenen Haustür stets im Fokus. Seit 2016 fährt das „Kindermobil“ benachteiligte Stadtteile im Essener Norden an, um die Jugendlichen in ihrer motorischen, sozialen und gesundheitlichen Entwicklung zu fördern.
Das umgebaute Wohnmobil ist mit Küchen-, Bastel- und Sportmaterialien ausgestattet, lädt auch im Jubiläumsjahr 2026 an den Standorten Nothofsbusch, Hangetal, am Übergangswohnheim in der Hülsenbruchstraße sowie dem Jugendhilfenetzwerk an der Krablerstraße nach festem Fahrplan zum gemeinsamen Kochen, Lernen und Spielen ein.
„Das Wichtigste sind Aufmerksamkeit und Wertschätzung, die den Kindern gegeben werden.“
— Jens Fischer, Erziehungswissenschaftler zum Erfolg des Kindermobils
Im Projekt „Heimspiel“ öffnen Autorinnen und Autoren aus der Region Kindern die Tür zur Welt der Bücher. Von Grund- bis Berufsschulen werden interaktive Lesungen angeboten, die sich problemlos in den Unterricht integrieren lassen. Über 2.700 Schülerinnen und Schüler nahmen bereits an 64 Lesungen in Bochum, Dortmund und Essen teil, „Heimspiel“ wird in den Jahren 2026 und 2027 weiter wachsen und soll als feste Marke die Lesekultur im Ruhrgebiet ebenso nachhaltig prägen wie die vielfältigen Kooperationen mit Schauspieler Dietmar Bär.
Zu den zentralen Anliegen der Brost-Stiftung gehört, Menschen der Region im gesellschaftlichen Diskurs sowie bei demokratischer Teilhabe zu ertüchtigen. Mit diesem Ziel wurde gemeinsam mit der ZEIT STIFTUNG BUCERIUS ein Aktionslabor zur Förderung der Nachrichtenkompetenz ins Leben gerufen.
Das Projekt, bestehend aus analogen und digitalen Modulen, will ein Bewusstsein für den Umgang mit Informationen zu schaffen. Besucher können sich in virtueller Realität an Diskussionen beteiligen, ihren Nachrichtenkonsum kritisch beleuchten sowie Einblicke in die Prozesse medialer Berichterstattung gewinnen. Vom 12. Januar bis 23. Februar 2026 im Kulturforum Witten, danach geht das Aktionslabor nach Hattingen (Stadtbibliothek vom 23. Februar bis 17. April) und Gelsenkirchen (Zentralbibliothek vom 16. März bis 13. April).
Kunst für drinnen und draußen
Obwohl die Eröffnung erst für den 06. Mai 2026 geplant ist, wird am gemeinsamen Kunstwerk von Carey Newman und Marcus Kiel mit Hochdruck gearbeitet. Auf dem Gelände der ehemalige Zeche Hugo in Gelsenkirchen bereiten Landschaftsgärtner aktuell mit Pflanzen und Bäumen aus Kanada und dem Ruhrgebiet die Umgebung vor, in die sich die kreisförmige Skulptur einfügen soll. Sie besteht aus sechs Pfeilern, die zusammen drei Räume bilden, Symbole für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft.
Während der Holzbildhauer aus Kanada mit seinem Werkstoff an den Ressourcenverbrauch in der Natur erinnert, schlägt Kiel mit den von ihm gestalteten stählernen Elementen die Brücke zur Industriegeschichte der Region.
Das groß angelegte Kunstwerk im öffentlichen Raum soll Menschen zum Verweilen einladen, Anstöße zum Nachdenken und Anregungen für Gespräche bieten.
„Wir haben diese Idee, mit unserem Kunstwerk die Vergangenheit zu ehren, die Gegenwart zu respektieren und Verantwortung für die Zukunft zu übernehmen.“
— Carey Newman
Während auf der früheren Zeche auf die Premiere hingewerkelt wird, hat sich das Klavier-Festival Ruhr bereits seit 35 Jahren als eines der weltweit bedeutendsten Klavierfestivals etabliert. Zwischen April und Juli der Jahre 2026 bis 2028 finden rund 70 hochkarätige Konzerte mit internationalen Spitzenkünstlern in Duisburg und Bochum statt.
Neben den Darbietungen von Weltstars steht dabei die Förderung junger Talente im Zentrum, seit 2007 profitieren in benachteiligten Stadtteilen wie Duisburg-Marxloh, Duisburg-Hochfeld und Bochum-Gerthe jährlich über 1.100 junge Menschen von diesen Angeboten. Die nachhaltige Wirkung wird durch enge Kooperationen mit Schulen, lokalen Kulturinstitutionen und Spielstätten wie der Philharmonie Mercatorhalle sowie dem Anneliese Brost Musikforum Ruhr langfristig gesichert.
Foto ©Peter_Wieler
(Denk-)Anstöße aus Kuba
Wie kommt es zur Gründung eines BVB-Fanklubs in Havanna? In seinen aktuellen Beobachtungen des Alltags im Ruhrgebiet gibt der kubanische Autor Jesus Irsula darüber Auskunft.
Der Germanist (studierte u.a. in Leipzig) ist im Rahmen des Projektes „Der andere Blick“ gemeinsam mit Sohn und Maler Arian in Mülheim an der Ruhr.
Analog zum Metropolenschreiber sind die beiden seit fast einem Jahr auf menschlicher, kultureller und historischer Schatzsuche im Ruhrgebiet. Zum Abschluss des Aufenthaltes wollen sie ein Buch präsentieren, das der bildende Künstler Arian Irsula illustriert. Seine bevorzugte Technik: Er bemalt Oberflächen, sei es Leinwand oder anderes Material, mit Farben, meist Acryl. Dann fotografiert er Details seiner Werke ab und gibt die von der Kameralinse aufgefangenen „kosmischen Bilder“ wieder.
Derzeit bereiten Vater und Sohn eine gemeinsame Ausstellung vor, in der Routinen und vermeintliche Gewissheiten der alltäglichen Innenschau des Ruhrgebietes und seiner Bewohner hinterfragt, im Idealfall tradierte Klischees erschüttert werden sollen.
Die inhaltliche Nähe zum Metropolenschreiber-Projekt stellt sich übrigens auch räumlich dar: Die Kubaner wohnen im gleichen Haus. So entsteht eine Art Künstler-WG, die zum kreativen Austausch einlädt.
Hereinspaziert, Peter Neumann…!