Vier von Hier – Dietmar Bär und das Ruhrgebiet
Dietmar Bär ist im Ruhrgebiet aufgewachsen – und das merkt man ihm bis heute an. Nicht als Rolle, sondern als selbstverständlicher Teil seiner Persönlichkeit. Geboren 1961 in Dortmund, sozialisiert im Revier, hat ihn diese Umgebung geprägt – in seiner Sprache, in seiner Art, Geschichten zu erzählen, und in seinem Blick auf Menschen.
Bekannt wurde Dietmar Bär einem breiten Publikum vor allem als Kriminalhauptkommissar Freddy Schenk im „Tatort Köln“. Seit vielen Jahren gehört er damit zu den konstantesten Figuren der deutschen Fernsehlandschaft. Neben der Kamera ist er jedoch immer auch ein Schauspieler geblieben, der sich für Inhalte interessiert: für Texte, für Literatur, für Biografien – und für die Frage, was Menschen prägt.
Vier Auszeichnungen, eine gemeinsame Herkunft
Diese Verbundenheit mit dem Revier wurde 2024 sichtbar gewürdigt, als Dietmar Bär gemeinsam mit Joachim Król, Peter Lohmeyer und Armin Rohde mit dem Brost‑Ruhr Preis ausgezeichnet wurde. Vier Schauspieler, vier unterschiedliche Wege – und eine gemeinsame Herkunft. Für Bär war der Preis nicht nur Anerkennung, sondern auch Verpflichtung zu helfen. Er entschied sich, seine Dotation in Höhe von 25.000 Euro an die VMDO zu weiterzugeben. Mit der Spende unterstützt der Verein ein Projekt zur Leseförderung von Kindern und Jugendlichen. Lesen ist dabei nicht als kulturelles Extra gedacht, sondern als Grundlage für Bildung und Teilhabe. Dass Bär dieses Projekt gerade in Dortmund unterstützt, war eine bewusste Entscheidung. Hier, in der Stadt seiner Kindheit, wird Leseförderung praktisch umgesetzt – in direkter Arbeit mit Kindern, die beim Zugang zu Sprache besondere Unterstützung brauchen.
Gespräche über Bücher, Orte und das Dazwischen
Aus diesem Kontext heraus entwickelte sich auch die weitere Zusammenarbeit zwischen Dietmar Bär und der Brost‑Stiftung. Gemeinsam wurde die literarische Reihe „Reviergeschichten – Fragen eines lesenden Schauspielers“ ins Leben gerufen. Bei den Veranstaltungen trifft Bär auf Autorinnen und Autoren, deren Werke eng mit dem Ruhrgebiet verbunden sind. Im Mittelpunkt stehen Gespräche über Literatur, über Figuren und über Orte. Bär tritt dabei nicht als klassischer Moderator auf, sondern als interessierter Leser: neugierig, aufmerksam, fragend. Die Abende leben vom Austausch und davon, dass unterschiedliche Perspektiven auf das Ruhrgebiet nebeneinanderstehen dürfen.
Vier Lebenswege, ein Blick zurück
Auch der Film „Vier von hier“ ist aus der gemeinsamen Auszeichnung mit dem Brost‑Ruhr Preis hervorgegangen. Für die Preisverleihung im Jahr 2024 entstand zunächst ein Kurzfilm über die vier ausgezeichneten Schauspieler. Die Resonanz auf diesen Film war so groß, dass das Projekt weitergeführt wurde. Unter der Regie von Christoph Rüter wird aus dem Kurzfilm ein Dokumentarfilm, der die Biografien von Dietmar Bär, Joachim Król, Peter Lohmeyer und Armin Rohde vertieft.
Der Film blickt zurück auf das Aufwachsen im Ruhrgebiet, auf erste Theatererfahrungen, auf Umwege und Brüche. Er zeigt vier unterschiedliche Werdegänge, die sich immer wieder berühren, ohne einander zu gleichen. Dabei geht es nicht um Erfolgsgeschichten im klassischen Sinn, sondern um Prägungen und Haltungen und um eine Region, die mehr ist als Kulisse.
Die Brost‑Stiftung präsentiert den fertigen Film im Rahmen einer exklusiven Kinotour durch das Ruhrgebiet.
Die Filmpremiere findet am 21. April 2026 in der Lichtburg in Essen statt.