Ruhr Natur
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Es wäre im Moment wichtig, mit jungen Leuten hintergründig zu diskutieren, wie man nicht nur vernünftig, sondern auch fair mit den großen Problemen globale Erwärmung und Klimaveränderung umgeht.
— Reinhold Messner
Die Alpen und das Ruhrgebiet haben auf den ersten Blick nicht viel miteinander gemeinsam. Die Alpen gelten als unberührte Natur, während das Ruhrgebiet mit seiner Geschichte des Bergkohlebaus für eine maximal kultivierte Natur steht. Dennoch sind beide Regionen auf interessante Weise miteinander verbunden: Während der Kohlebergbau des Ruhrgebiets ein Antreiber für die Erderwärmung war, werden die Folgen gerade in den Hochgebirgsregionen besonders deutlich. Zudem wird die Natur in den Alpen zunehmend kulturell genutzt, wie sich am Massentourismus zeigt, an dem selbstverständlich auch Menschen aus dem Ruhrgebiet beteiligt sind. Im Ruhrgebiet wiederum erlebt die Natur eine Renaissance. Unter dem Stichwort Industrienatur hat die Natur alte Zechengelände zurückerobert, während durch die Renaturierung von Ruhr und Emscher der Region neue Naherholungsgebiete entwickelt wurden.
Im Mittelpunkt des geplanten Projekts steht ein Schüleraustausch inklusive Ideenwettbewerb zum Thema Umweltschutz im Ruhrgebiet. Dieser findet zunächst einmalig statt, daran schließt sich der Austausch zwischen dem Ruhrgebiet und Schulen aus Südtirol an.
Unsere Projektpaten
Mit Reinhold und Diane Messner hat „Ruhr Natur“ zwei Persönlichkeiten gewonnen, die für Naturverbundenheit, Verantwortung und authentische Erfahrung stehen. Reinhold Messner sieht sich als „Bindeglied zwischen der analogen und der digitalen Welt“ und betont:
„Wir haben nicht das Recht, die Ressourcen hemmungslos zu verbrauchen. Wir brauchen eine neue Definition von Lebensqualität, in der Rückbesinnung auf einfache Dinge.“
Diane Messner unterstreicht die Bedeutung offener Gespräche:
„Ich finde es großartig, dass Jugendliche ihren Gedanken und auch ihren Ängsten Ausdruck verleihen dürfen. Generell ist gesundes, angstfreies Kommunizieren in Vergessenheit geraten. Es fehlt an Bereitschaft zuzuhören.“
Gemeinsam setzen sie sich für einen bewussten Umgang mit Natur und Ressourcen ein und ermutigen junge Menschen, eigene Wege zu finden:
„Es wäre im Moment wichtig, mit jungen Leuten hintergründig zu diskutieren, wie man nicht nur vernünftig, sondern auch fair mit den großen Problemen globale Erwärmung und Klimaveränderung umgeht.“ (Reinhold Messner)
Ihre Patenschaft für „Ruhr Natur“ steht für Dialog, Bildung und konkrete Naturerlebnisse.
Unsere teilnehmenden Schulen 2025/26 im Überblick
Leibniz-Gymnasium Dortmund
Das Leibniz-Gymnasium in Dortmund trägt das Prädikat „IB World School“ und „CertiLingua-Schule“ und bietet zweisprachigen Unterricht (Deutsch–Englisch) sowie eine ausgeprägte MINT-Förderung. Schwerpunkte sind Mathematik, Naturwissenschaften und Sprachen (Englisch, Französisch, Latein, Spanisch, Chinesisch). Das Ziel des Gymnasiums liegt in der Förderung internationaler Kompetenzen, sprachlicher Vielfalt und selbstständigen Forschens im globalen Kontext.
Das Dortmunder Leibniz-Gymnasium ist übrigens eine von nur etwa 30 Schulen bundesweit, die als International Baccalaureate World School zertifiziert sind, derzeit werden hier etwa 1000 Schüler unterrichtet.
Gesamtschule Bockmühle Essen
Die Gesamtschule Bockmühle in Essen ist eine städtische Schule mit breitem Einzugsgebiet im Essener Westen. Sie vergibt alle Abschlüsse der Sekundarstufe I und II – von der Förderschule bis zum Abitur. Im Mittelpunkt steht das gemeinsame Lernen aller Kinder verschiedener Leistungsstufen. Neben klassischen Unterrichtsfächern legt die Schule Wert auf soziale Verantwortung, kulturelle Bildung und praxisorientiertes Lernen. Projekte mit Betrieben, Nachhaltigkeitserziehung und Inklusion sind feste Bestandteile des Schulprofils.
Umgeben von einem herausfordernden Stadtteil (überdurchschnittlich hohe Armut, Arbeitslosigkeit und Arbeitslosengeld Bezug) haben die 1300 Schüler und Lehrer der „Europaschule“ beispielsweise gemeinsam ein Regelwerk zum respektvollen Miteinander aufgeschrieben, welches sogar die Kleiderordnung regelt.
Förderschule Am Rönsbergshof Duisburg
Der Schwerpunkt des Unterrichts am Rönsbergshof liegt auf geistiger Entwicklung. Die Schule liegt im Duisburger Norden und betreut rund 120 Schülerinnen und Schüler in kleinen Klassen mit etwa 8–13 Lernenden. Das Unterrichtskonzept fördert Selbstständigkeit, lebenspraktische Fähigkeiten und gesellschaftliche Teilhabe. Neben klassischen Unterrichtsinhalten werden Gartenarbeit, Tierpflege und Kooperationen mit lokalen Einrichtungen im Stadtteil Beeck gepflegt. Ziel ist es, den Schülerinnen und Schülern ein möglichst selbstbestimmtes Leben und soziale Integration zu ermöglichen.
Oberschulzentrum Schlanders (Südtirol)
Das Oberschulzentrum Schlanders umfasst Realgymnasium, Sprachengymnasium, Technologische und Wirtschaftliche Fachoberschule. Rund 900 Jugendliche aus dem gesamten Vinschgau besuchen die Schule. Die Schwerpunkte reichen von Naturwissenschaften, Medizin und Technik über Sprachen und Kultur bis zu Wirtschaft und Tourismus. Im Vordergrund stehen eigenverantwortliches, digitales Lernen und enge Kooperationen mit Unternehmen und kulturellen Einrichtungen im Alpenraum. Internationalität, Mehrsprachigkeit und Praxisorientierung prägen das Leitbild.
Oberschulzentrum Mals (Südtirol)
Unter dem Dach des Oberschulzentrums „Claudia von Medici“ in Mals werden drei Schulformen betrieben: Sozialwissenschaftliches Gymnasium, Fachoberschule für Wirtschaft und eine Sportoberschule mit Landesschwerpunkt Alpinsportarten. Die Schule nutzt ihre Lage im Dreiländereck (Italien–Österreich–Schweiz) als Lernumfeld und pflegt enge Kooperationen mit regionalen Betrieben und Vereinen. Die etwa 700 Schülerinnen und Schüler lernen in einer Schule, die Werte wie Humanität, Autonomie und Verantwortung betont. Leitziele sind eigenständiges Lernen, soziale Kompetenz und nachhaltige Entwicklung.
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