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Wenn Porträts Raum bekommen 

Wenn Porträts Raum bekommen

Ab dem 26. April: Armin Rohdes Ausstellung “GESICHTER DES REVIERS – Vom Ankommen und Dazugehören” - präsentiert von der Brost-Stiftung

Wie entsteht eine Ausstellung, die nicht nur zeigt, sondern berührt?

 

Kurz vor der Eröffnung von „GESICHTER DES REVIERS – Vom Ankommen und Dazugehören“ haben Armin Rohde und Dr. Boris Berger, stellvertretender Vorstandsvorsitzender der BrostStiftung, gemeinsam die Ausstellungsräume im Ruhr Museum Essen begangen.

 

Ein Rundgang, der deutlich macht, welche emotionale Kraft Fotografie entfalten kann – sobald diese Raum bekommt. 

Es wird sichtbar, wie bewusst jedes Detail gewählt ist: die Anordnung der Porträts, ihre Wirkung im Raum, das Zusammenspiel von Nähe und Distanz. Die Ausstellung ist nicht einfach eine Hängung von Bildern – sie ist eine Einladung, sich einzulassen. 

Vom Fotografieren – und vom Zuhören

Im Gespräch mit Dr. Berger spricht Armin Rohde über seine besondere Herangehensweise an dieses Projekt. Während er sonst eher deduktiv arbeitet, ließ er sich hier auf einen induktiven Prozess ein: offen, suchend, lernend. Nicht ein vorgefasstes Bild stand am Anfang, sondern die Begegnung mit den Menschen selbst. 

 

„Jeder ist ein Held im Alltag“, sagt Rohde. Viele der porträtierten Menschen hatten keinen einfachen Start. Ihre Lebenswege sind geprägt von Herausforderungen, vom Ankommen in einer neuen Umgebung, von Arbeit, Durchhalten und Zugehörigkeit. Diese Erfahrungen und Emotionen wollte er sichtbar machen – nicht erklärend, sondern fühlbar. 

 

Rund 10.000 Aufnahmen entstanden im Laufe des Projekts. Am Ende wurden 16 Porträts ausgewählt. Eine intensive Auswahl, bei der es nicht um Perfektion ging, sondern um Ausdruck, Würde und Authentizität – besonders, weil viele der Porträtierten keine Erfahrung als „Models“ hatten. 

 

Armin Rohde beschreibt diesen Moment als einen entscheidenden Schritt: Ein Foto wird erst zum Bild, wenn es gedruckt wird. Der Augenblick, in dem ein digitales Motiv physisch wird, habe ihn tief bewegt – weil aus einer Begegnung plötzlich etwas Bleibendes entsteht. Ein Bild, das bleibt. Ein Blick, der den Raum hält. 

Wenn Bilder sprechen

Die großformatigen Porträts entfalten im Ruhr Museum eine besondere Präsenz. Sie schauen zurück, fordern Aufmerksamkeit, erzählen von individuellen Wegen – ohne Worte. Migration bildet dabei den Rahmen, aber nicht das Etikett. Im Mittelpunkt stehen immer die Menschen selbst: ihre Gesichter, ihre Haltung, ihre Geschichte. 

 

Mit dem Projekt „Gesichter des Reviers – Vom Ankommen und Dazugehören“ macht die BrostStiftung sichtbar, was das Ruhrgebiet seit jeher auszeichnet: Vielfalt, Zusammenhalt und die Fähigkeit, immer wieder neu anzukommen – miteinander. 

 

Ab 26. April bis zum 7. Juni ist die Ausstellung von Armin Rohde im Ruhr Museum Essen zu sehen. 

 

Wer sich auf diese Porträts einlässt, begegnet nicht nur den Menschen im Bild – sondern auch Fragen von Zugehörigkeit, Identität und dem, was uns als Region verbindet. 

Die Ausstellung lädt ein, hinzusehen. Und zuzuhören.

 

Mehr Infos zum Projekt: „GESICHTER DES REVIERS – Vom Ankommen und Dazugehören“