Zum Inhalt springen

Junge Perspektiven für Europa

Junge Perspektiven für Europa

European Forum Alpbach 2026: Die Brost-Akademie ermöglicht jungen Talenten die Teilnahme am European Forum Alpbach

Vom 24. August bis 4. September 2026 bringt das European Forum Alpbach erneut engagierte junge Menschen, Entscheidungsträger und Experten aus ganz Europa zusammen. Die Brost-Akademie unterstützt dabei mehrere Stipendiatinnen und Stipendiaten aus dem Ruhrgebiet und ermöglicht ihnen die Teilnahme an dem internationalen Austausch- und Diskussionsprogramm.

In einer kleinen Interviewreihe stellen wir einige der Teilnehmenden vor. Den Auftakt macht Anna Maria Noebels von der Ruhr-Universität Bochum. Sie berichtet von ihren Erwartungen an das Forum, den Themen, die Europa aus ihrer Sicht beschäftigen sollten, und davon, was andere Regionen Europas möglicherweise vom Ruhrgebiet lernen können.

Im Gespräch mit Anna Maria Noebels

Anna Maria Noebels: Mein Name ist Anna Maria Noebels, ich bin 25 Jahre alt und studiere derzeit im zweiten Semester den Masterstudiengang Sozialwissenschaft mit dem Schwerpunkt Methoden der Sozialforschung an der Ruhr-Universität Bochum. Zu meinen fachlichen Interessenschwerpunkten zählen die Themen Migration, Generationen und Wohnen.

 

Worauf freust du dich in Alpbach am meisten?

 

Anna Maria Noebels: Besonders freue ich mich auf den Austausch mit internationalen Akteurinnen aus unterschiedlichsten Fachbereichen. Darüber hinaus sehe ich der Begegnung mit den anderen Stipendiatinnen und den Vertretern der Brost-Stiftung mit großer Freude entgegen. Nicht zuletzt freue ich mich darauf, die besondere Atmosphäre und die beeindruckende Kulisse Tirols als Rahmen dieses interdisziplinären Austausches zu erleben.

 

Welche gesellschaftliche Herausforderung sollte aus deiner Sicht auf europäischer Ebene stärker diskutiert werden?

 

Anna Maria Noebels: Kinder, Jugendliche und junge Erwachsene sollten aus meiner Sicht auf europäischer Ebene deutlich stärker in den Mittelpunkt gesellschaftlicher Debatten rücken. Obwohl sie häufig als „Zukunft“ bezeichnet werden, werden ihre Perspektiven eher instrumentalisiert, anstatt sie aktiv mitzudenken und einzubeziehen.

 

Bildungschancen hängen in Europa nach wie vor stark von der sozialen Herkunft und dem Wohnort ab, wodurch bestehende Ungleichheiten fortgeschrieben werden. Hinzu kommen Herausforderungen wie die psychische Belastung durch globale Krisen und die zunehmende Bedeutung sozialer Medien. Außerdem halte ich es für wichtig, stärker darüber zu diskutieren, wie junge Menschen Europa erleben und wie eine gemeinsame europäische Identität sowie demokratische Teilhabe gefördert werden können.

 

Die Zukunft Europas sollte daher nicht nur für, sondern gemeinsam mit jungen Menschen gestaltet werden.

 

Was können andere Regionen Europas möglicherweise vom Ruhrgebiet lernen?

 

Anna Maria Noebels: Besonders eindrücklich ist die ausgeprägte regionale Verbundenheit der Menschen im Ruhrgebiet sowie die Offenheit, mit der sie anderen begegnen. Die kulturelle Vielfalt des Ruhrgebietes, in dem Menschen unterschiedlichster Herkunft selbstverständlich zusammenleben, prägt und bereichert den gesellschaftlichen Alltag.

 

Vervollständige den Satz: „Europa bedeutet für mich …“

 

Anna Maria Noebels: Einheit, Sicherheit und Freiheit. Mit Familie in der Ukraine weiß ich, wie gefährdet diese Werte sein können.

 

 

Junge Perspektiven für Europas Zukunft

Mit ihrem Engagement für das European Forum Alpbach fördert die Brost-Akademie den internationalen Austausch und ermöglicht jungen Menschen aus dem Ruhrgebiet, ihre Perspektiven in europäische Debatten einzubringen. In den kommenden Wochen stellen wir weitere Stipendiatinnen und Stipendiaten vor, die im Rahmen des Stipendienprogramms am European Forum Alpbach 2026 teilnehmen werden.

 

Alle Infos zum Projekt: European Alpbach Forum

Titelbild: EFA © Philipp Huber

Bild 1: Anna Maria Noebels © RUB, Marquard

Bild 2+3: EFA © Marko Risovic