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Erlebnisort für alle Sinne

Neue Skulptur schafft Raum für Begegnung und regt zum Nachdenken an.

„Was bleibt?“ - wenn sich alles verändert?

Den ersten Härtetest hat die neue Attraktion neben Schacht 2 von Zeche Hugo gut überstanden! Rund um die Einweihung des von Carey Newman und Marcus Kiel gestalteten Kunstwerks öffnete der Himmel über Gelsenkirchen tagelang die Schleusen – der aus Stahl und Holz gebaute Pavillon trotzt dem Dauerregen. Und rund 100 Besucher bei der Eröffnung belegen: Die Skulptur mit den sechs integrierten Tafeln ist bei jedem Wetter ein Erlebnis!
„Zwei Künstler, zwei Kontinente, zwei Erfahrungen“, erklärte Professor Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung, bei der Begrüßung der Gäste. „Marcus Kiel bringt das Ruhrgebiet ein. Stahl, Erinnerung, Verbindung. Der Chief seines Stammes, Professor Dr. Carey Newman, bringt eine andere Sicht. Kreislauf, Natur, Gemeinschaft.“

Baustoffe aus zwei Kulturen

Die entstandene Skulptur „WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?“ greift Erinnerungen, Beobachtungen und Prägungen aus beiden Kulturen auf und stellt Fragen nach Identität, Veränderung und dem, was über die Zeit hinweg Bestand hat. Die Enthüllung fand an einem besonderen Ort statt, der selbst für Transformation steht: Auf dem Gelände der ehemaligen Zeche Hugo in Gelsenkirchen, deren Schließung sich in diesem Jahr zum 26. Mal jährt.

„Ein Kunstwerk regt an, manchmal auf. Seinen Sinn finden wir in uns.“

— Prof. Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung

Das gemeinsam konzipierte und umgesetzte Kunstwerk ist Ergebnis eines über Jahre gewachsenen Austauschprojekts, den die Brost-Stiftung ins Leben gerufen hat. Als künstlerischen Dialog zwischen Industrie und Natur, zwischen Ruhrgebiet und Kanada, also zwischen zwei Regionen, die von der Ausbeutung natürlicher Ressourcen geprägt wurden. Jeweils dreimal besuchten sich Carey und Kiel auf ihrem (künstlerischen) Kontinent.

„Es war ein langer spannender Weg, auf dem sich nicht nur unsere Kulturen nähergekommen sind, sondern auch eine echte Freundschaft zwischen Marcus Kiel und mir gewachsen ist.“

— Carey Newman, Künstler aus Vancouver

Kunst zwischen Menschen und Maloche

Der aus Stahl und Holz gestaltete Begegnungsort öffnet symbolisch drei Räume, die für Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft stehen. Sie lädt am Rande eines beliebten Spazierwegs rund um Schacht 2 der früheren Zeche zum Verweilen und Nachdenken darüber ein, was von industrieller Arbeit, kultureller Identität und gemeinschaftlichem Zusammenhalt überdauert.

Dazu liefert das Kunstwerk vielfältige Impulse. Fotos erinnern an Schlüsselmomente des Steinkohlebergbaus. Sie zeigen Menschen und Gesichter, während in Steinwurfweite der stillgelegte Förderturm einen Ort prägt, „der weiß, was Arbeit war“ (Hombach).

In Stahl gefräste Leitsätze fordern Zustimmung und/oder Widerspruch heraus: „Was bleibt ist der Wandel“ steht neben „Man ist immer im Wir“.

Das „Wir“ symbolisierten bei diesem besonderen Gipfeltreffen eine Handvoll ehemaliger Kumpel, angeführt von Klaus Herzmanatus, letzter Betriebsratsvorsitzender der Zeche Hugo und heute Vorsitzender des Trägervereins, der den Erhalt von Schacht 2 sichert. „Wenn dieses Kunstwerk einen Paten hat, dann ihn. Und den Trägerverein“, so Bodo Hombach. „Der hat Türen geöffnet, Menschen verbunden, Nachbarschaft erreicht.“

„Durch den Blickkontakt mit dem Förderturm und den Häusern der Siedlung bildet das Kunstwerk ein Bindeglied zwischen Gestern und Heute.“

— Marcus Kiel, Künstler aus Bochum

Ein Original von Marcus Kiel mit Zechenerbe im Material

Ein besonderes Element im Kontext des Kunstwerks bildet ein originales Werk von Marcus Kiel, das durch Klaus Herzmanatus versteigert wird. Auf der Arbeit sind die Abdrücke historischer Bergmanns-Arbeitshandschuhe zu sehen, die noch Spuren von Kohle tragen. Kiel hatte Restbestände dieser Arbeitskleidung aus der Zeche Hugo übernehmen dürfen und integriert sie heute in seine künstlerische Praxis. Die sichtbaren Abdrucke entstanden durch die verbliebene Kohle auf den Handschuhen; Nachdrucke finden sich auch auf den Seitenwänden der Skulptur wieder. Das Original hat der Bochumer Künstler dem Vorsitzenden des Trägervereins Klaus Herzmanatus gestiftet, der das Werk zugunsten des Vereins versteigert. Der Erlös kommt dem Erhalt des Standorts zugute.

„Wir freuen uns darüber, dass an diesem Ort Geschichte erzählt und die Bergleute nicht vergessen werden.“

— Klaus Herzmanatus, letzter Betriebsratsvorsitzender der Zeche Hugo und heute Vorsitzender des Trägervereins, der den Erhalt von Schacht 2 sichert

Weitere Eindrücke von der feierlichen Eröffnung