WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?
WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?
Ein Kunstprojekt zwischen Erinnerung, Freundschaft und Zukunft:
Ein Projekt kommt zum Abschluss – und bleibt zugleich bestehen!
Mit der feierlichen Eröffnung der Skulptur „WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?“ am 6. Mai auf dem ehemaligen Gelände der Zeche Hugo in Gelsenkirchen hat ein außergewöhnliches Kunst- und Austauschprojekt seinen sichtbaren Höhepunkt erreicht. Über mehrere Jahre hinweg haben die Künstler Carey Newman (Kanada) und Marcus Kiel (Ruhrgebiet) gemeinsam an einem Werk gearbeitet, das Fragen nach Identität, Wandel und gesellschaftlichem Zusammenhalt stellt.
Das von der Brost-Stiftung initiierte Projekt „Holz trifft Stahl“ brachte zwei Künstler aus unterschiedlichen Kulturräumen zusammen. Im Mittelpunkt standen Themen wie Ressourcennutzung, Strukturwandel, Erinnerungskultur und die Verbindung von Ökonomie und Ökologie. Aus zahlreichen Begegnungen, Reisen, Hospitationen und Gesprächen entstand schließlich ein Kunstwerk, das diese Erfahrungen im öffentlichen Raum sichtbar macht.
Zum Abschluss des Projekts blicken wir gemeinsam mit Marcus Kiel noch einmal zurück:
Von der Idee zur Skulptur: Kunst als gemeinsamer Prozess
Wenn du auf die vergangenen Jahre und die gemeinsame Arbeit an „WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?“ zurückblickst: Was hat dich an diesem Projekt besonders geprägt oder überrascht?
Marcus Kiel: Für mich war es sehr spannend zu sehen, wie wir den Prozess der Realisierung unserer geplanten Skulptur angegangen sind. Am Anfang des Projekts ging es erstmal darum, uns gegenseitig kennenzulernen und ein Verständnis von dem Menschen und dem Künstler zu bekommen. So waren wir später in der Lage, dass Carey immer meine Perspektive bzw. Ansatz mit bedacht hat und umgekehrt. Trotz unterschiedlicher Kulturen und Sozialisierung kamen wir so immer schnell auf einen gemeinsamen Nenner.
Ich habe bei meiner Recherche zur Geschichte der Zeche Hugo sehr viel mit ehemaligen Bergleuten gesprochen und mir ihre Erinnerungen schildern lassen. Diese heutigen Erinnerungen haben sie einst gelebt. Und heute sind sie oft Grundlage meiner Kunst. Dieser Aspekt gemeinsamer Erinnerungsarbeit wird für mich immer wichtiger.
Ein bewegender Moment: Die Eröffnung an der Zeche Hugo
Am 6. Mai 2026 wurde die Skulptur feierlich der Öffentlichkeit übergeben.
Wie hast du die Eröffnung der Skulptur an der Zeche Hugo erlebt – und wie hat es sich angefühlt, das fertige Kunstwerk erstmals gemeinsam mit der Öffentlichkeit zu teilen?
Marcus Kiel: Die Eröffnung und Übergabe der Skulptur war sicherlich ein Highlight. Zum einem natürlich für Carey und mich. Nach der langen Laufzeit und den vielen Gesprächen, Skizzen und offen Fragen, über die wir uns ausgetauscht haben, die Skulptur auf Hugo realisiert zu sehen, war ein ungemein glücklicher und ergreifender Moment.
Ganz besonders stolz war ich aber über die Teilnahme von so vielen ehemaligen Kumpel der Zeche Hugo. Ihr Interesse hat mich ungemein gefreut. Waren sie es doch, die mit ihrer täglichen Maloche das Ruhrgebiet wiederaufgebaut haben und den Menschen hier so ein Stück Identität verliehen haben. Einige von ihnen haben mir erzählt, dass für sie unsere Skulptur ein Denkmal an ihre Arbeit und bergmännischen Werte sei. Ich finde, ein wunderbares Lob und eine große Geste!
Was bleibt?
Der Titel der Skulptur lautet „WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?“. Was bleibt für dich persönlich von diesem Projekt – und was wünschst du dir, dass Besucherinnen und Besucher von diesem Ort mitnehmen?
Marcus Kiel: Ich habe Carey vor Jahren als Kollegen kennengelernt und über die Laufzeit des Projekts ist daraus eine Freundschaft entstanden. Jetzt sind wir Kollegen UND Freunde!
Ich habe Carey im Rahmen des Projekts drei Mal auf Vancouver Island zu Arbeitsaufenthalten besucht. Er hat mir einen Einblick in die indigene Kultur verschafft und besonders unsere Reise zu seinem Traditional Territory hat mich tief bewegt. Die Skulptur lädt ein, innezuhalten und nachzudenken: Wie gehen wir mit unserer Geschichte, unseren Ressourcen und miteinander um?
Was bleibt? – Die Antwort liegt bei uns allen!
Mehr zum Projekt „Holz trifft Stahl“
Die Skulptur „WAS BLEIBT? – WHAT REMAINS?“ bleibt als sichtbares Ergebnis eines einzigartigen internationalen Kunst- und Austauschprojekts bestehen. Doch die Geschichte hinter dem Werk reicht weit darüber hinaus.
Auf unserer Projektseite finden Sie weitere Beiträge, Hintergrundinformationen, Interviews und Einblicke in den gesamten Projektverlauf: Holz trifft Stahl