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Achtung – Weltstar an der Bahnsteigkante

Mit Till Brönner als Überraschungsgast stoßen die Urbahn Music Sessions in eine neue Dimension vor

Die Gewinnerinnen des Abends hießen Janina und Nadine. Während die meisten Zuschauer im rappelvollen U-Bahnhof die Hälse recken mussten, saßen die beiden Freundinnen entspannt am gedeckten Zweiertisch. In Griffweite eine Box mit Süßigkeiten – und vor ihnen ein Weltstar zum Anfassen nah! Den Sahneplatz hatten die Glückspilze im Instagram-Gewinnspiel der Urbahn Music Sessions ergattert.

Genaugenommen hatte dieser Abend aber NUR Gewinner. Mehrere Hundert Menschen umlagerten die improvisierte Bühne in der U-Bahnstation Essen-Rathaus, klatschten, sangen – und ließen sich von der Spielfreude einer völlig losgelösten Band mitreißen. Dabei bemerkten sie kaum, dass der Überraschungsgast im Stau stand und deutlich verspätet ankam. Während Till Brönner noch zum Schlussspurt über die Rolltreppe ansetzte, kochte der Pott bereits!

Dass ausgerechnet ein U-Bahn-Tunnel zur Bühne für einen internationalen Jazzstar wurde, passte dabei perfekt zum Konzept der Reihe. Till Brönner selbst zeigte sich begeistert:
„Ich habe schon an ungewöhnlichen Orten gespielt – auf einer Sandbank in Südafrika, beim Fallschirmspringen oder mit der Trompete auf einem Elefanten. Aber ein U-Bahn-Tunnel – das ist selbst für mich eine Premiere.“

Sänger und Pianist Benny Nauschütz holte die Zuschauer mit „Walking in Memphis“ aus dem Stress des Arbeitstages in die Atmosphäre eines New Yorker Jazzklubs. In dem man auch noch mitsingen durfte! Für Brönner liegt genau darin der Reiz solcher Formate: Weg von den großen Konzertsälen, hin zu Orten, an denen Musik unmittelbarer erlebbar wird. Er beschreibt seine Verbindung zur Region so:
„Mir gefällt das hier wahnsinnig gut. Ich habe ohne jeden Zweifel eine sehr warme Beziehung zu den Menschen im Ruhrgebiet. […] Wer Deutschland wirklich kennenlernen will, sollte hierherkommen.“

„Wir wollten nach der Arbeit einfach Spaß haben, sind zum ersten Mal vorbeigekommen“, erzählen die Kolleginnen Ricarda und Anna. „Ein supercooles Format. Davon könnten wir in der aktuellen Zeit deutlich mehr gebrauchen.“

Das von Benjamin Nauschütz, Joyce van de Pol und dem Saxophonisten Joël van de Pol gestartete und von der Brost-Stiftung unterstützte Projekt entwickelt sich zum Kultformat. Mit dem neunten Konzert stieß die Untergrund-Party freilich in eine neue Dimension vor: SELTEN waren Musiker und Sänger so gut, NIE war die Stimmung besser. Und das lag nicht nur am Superstar-Gast mit der goldenen Trompete…

In Vorbereitung einer ungewöhnlichen Music Session hatte sich die Band verstärkt mit Meister-Percussionist Roland Peil, Nachwuchssängerin Catalina Isidora untermalte die mitreißende Stimme von Joyce van de Pol. Die gemeinsam mit Till Brönner die Gänsehautmomente des Abends erzeugte, zum Beispiel mit dem italienischen Klassiker „Caruso“. Gesang im Wechsel mit virtuosem Trompetenspiel – Straßenbahnlinie 107 hielt diesmal direkt in Bella Italia.

„Ich bin der Brost-Stiftung nicht nur ein bisschen dankbar, sondern wirklich zutiefst. Durch sie habe ich über Deutschland, mein Heimatland, von dem ich dachte, es gut zu kennen, noch einmal fundamental neue Dinge gelernt. Ich glaube, das Ruhrgebiet ist einer der bedeutendsten Räume in Deutschland – 5 Millionen Menschen auf engem Raum und eine Form von Integration, wie man sie im Rest der Republik kaum finden würde.“

— Till Brönner, internationaler Jazzmusiker und Überraschungsgast bei den Urbahn Music Sessions

„Es war ein ungewöhnliches Konzert, dass es so noch nie gab und so auch nie mehr geben wird“, fasste Benny Nauschütz den Abend treffend zusammen. Für das nächste Konzert am 02. Juli versprach er aber gleich drei Überraschungsgäste.

Und auch für Till Brönner hat sich der Abstieg unters Rathaus gelohnt. „Ich spiele fast immer in großen Hallen und Konzertsälen, aber liebe die besondere Atmosphäre von Clubs. Wenn es so eng ist, dass man jeden Moment einen Ellbogen ins Gesicht bekommen kann.“

Für dieses geile Gefühl bedankte er sich dann noch mit einer Zugabe, begleitete Joyce beim Bond-Kultsong „Skyfall“. Als der Jubelsturm für Band und Überraschungsgast verklungen war, durften Janina und Nadine auch noch ein Selfie mit Till Brönner machen. Dieser Abend hatte einfach NUR Gewinner!