Leid oder Glück scheint manchem rund und aus Leder
Leid oder Glück scheint manchem rund und aus Leder
„Die Nacht von Sevilla“ auf der Bühne
Wenn im Sommer der FIFA World Cup 2026 Millionen Menschen mitfiebern lässt, werden Erinnerungen wach an jene Spiele, die weit über den Moment hinaus Geschichte geschrieben haben. Eines, das man nicht mehr vergisst, hat die Brost-Stiftung gemeinsam mit der DFB-Stiftung Deutsches Fußballmuseum gGmbH am vergangenen Montag eindrucksvoll auf die Bühne gebracht. In den Kammerspielen des Schauspielhauses Bochum kehrte mit der szenischen Lesung „Die Nacht von Sevilla“ ein legendärer Fußballkrimi auf die Bühne zurück.
Ausgangspunkt der Vorführung ist das WM-Halbfinale vom 8. Juli 1982 zwischen Deutschland und Frankreich – ein Spiel, das sich tief ins kollektive Gedächtnis eingeschrieben hat. Verlängerung, Elfmeterschießen und der folgenschwere Zusammenprall zwischen Toni Schumacher und Patrick Battiston machten die Partie im Estadio Ramón Sánchez Pizjuán in Sevilla zu einem der emotionalsten Momente der Fußballgeschichte
„Leid oder Glück scheint manchem rund und aus Leder. Das Stadion ist die Kathedrale. Nirgendwo sonst wird inbrünstiger gehofft, gejubelt, gebangt und gelitten.“
— Prof. Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung
Ein Spiel, erzählt als Theater
„Die Nacht von Sevilla“ macht aus einem historischen Moment ein vielschichtiges Theatererlebnis – und lädt dazu ein, Erinnerung, Emotion und Perspektiven neu zu betrachten. Die Textfassung entwickelte Manuel Neukirchner, Direktor des Deutschen Fußballmuseums in Dortmund, der zahlreiche Interviews, Berichte und Kommentare zu einem dichten, dramaturgisch aufgebauten Werk zusammenführte. Rund 50 Stimmen – von Spielern, Trainern und Betreuern bis hin zu politischen Beobachtern – verweben sich zu einem Theatertext, der die Ereignisse aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet.
Schauspieler Peter Lohmeyer bringt in Bochum diese Vielfalt auf die Bühne. Mit großer Detailarbeit hat er Dialekte und Sprechweisen der damaligen Protagonisten rekonstruiert und verleiht jeder Figur eine eigene sprachliche Identität. So entsteht eine intensive Lesung, die das Spiel nicht nur nacherzählt, sondern neu erfahrbar macht.
Eine besondere Rolle übernimmt Toni Schumacher selbst: Als prägende Figur des damaligen Spiels spricht er den Schlussmonolog und setzt damit einen eindrucksvollen persönlichen Akzent.
Warum die Brost-Stiftung „Eine Nacht von Sevilla“ fördert:
Die Lesung „Die Nacht von Sevilla“ wird von der Brost-Stiftung gefördert. Ziel dieser Förderung ist es, Sportgeschichte in einen kulturellen Kontext zu übertragen und Räume für gesellschaftlichen Dialog im Ruhrgebiet zu schaffen. Durch die Unterstützung solcher Projekte trägt die Brost-Stiftung dazu bei, prägende Ereignisse der regionalen und internationalen Geschichte künstlerisch neu zu erschließen und für ein breites Publikum zugänglich zu machen.
Weitere Termine:
- 31. Mai 2026, 19:30 Uhr – Schauspiel Essen | Grillo-Theater (mit anschließendem Podiumsgespräch)
- 7. Oktober 2026, 20:00 Uhr – Residenztheater München (mit anschließendem Podiumsgespräch
Bildnachweise:
Alle Fotos: "Nacht von Sevilla" - Schauspielhaus Bochum © Carsten Kobow