Solidarität in Holz und Stahl
Solidarität in Holz und Stahl
Begegnungsort auf Zeche Hugo nimmt finale Formen an
„Mir ist wichtig, dass die Menschen hinter den Erinnerungsstücken nicht vergessen werden.“
Das zentrale Motiv seiner künstlerischen Arbeit hat Marcus Kiel auch bei der Umsetzung des aktuellen Gemeinschaftskunstwerks mit Carey Newman im Fokus. Stahlteile der Installation auf dem Gelände der früheren Zeche Hugo sind bereits weithin sichtbar auf Betonfundamenten fixiert, jetzt soll der kreisrunde Begegnungsort mit „Leben“ gefüllt werden. „Wir möchten unter anderem ehemalige Bergleute der Zeche bei der Einweihung im Mai mit einbeziehen“, erklärt Kiel. Am Fuß der Halde gestaltet der Bochumer mit dem kanadischen Holzbildhauer Newman auf Initiative der Brost-Stiftung eine Stätte zum Verweilen, ein stählernes Gerüst umgibt Räume, die sich mit Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft beschäftigen werden. Angesichts der winterlichen Witterung sollen die drei Holzbänke sowie die thematisch gestalteten Paneele aus unterschiedlichen Stählen erst kurz vor der Eröffnung am 06. Mai eingebaut werden.
Anstöße zum Dialog
Einen ersten Erfolg ihrer Mission können die beiden Künstler schon verbuchen. Kiel: „Während der Arbeiten sind zahlreiche Passanten, die in der Nachbarschaft wohnen und zum Joggen oder mit dem Hund unterwegs waren, stehen geblieben. Ich war häufig vor Ort und wir sind über den Sinn der Skulptur ins Gespräch gekommen. Genau solchen intensiven Austausch soll Kunst im öffentlichen Raum bewirken.“
Ergänzend zu diesem Dialog bietet ein großes Transparent mit QR-Code den Spaziergängern Hintergrundinformationen an.
Ort, Thema und selbst der Zeitpunkt der öffentlichen Einweihung sind nicht zufällig gewählt: Am 28. April 2000 wurde die Zeche Hugo endgültig geschlossen, gut ein Vierteljahrhundert später öffnet sich ein Erinnerungsraum. In seiner Installation zum Thema „Vergangenheit“ erinnert Kiel mit Fotos und Zitaten an die historische Mahnwache, mit der Kumpel gegen den Verlust ihrer Arbeitsplätze gekämpft haben. „Damals wurde eine benachbarte Kirche besetzt“, erzählt Kiel. „Ich will nicht nur die Dimension Zeitgeschichte beleuchten, sondern auch daran erinnern, wie groß die Solidarität in der Region war und ist.“
Was macht Transformation mit den Menschen?
Carey Newman, indigener Totemschnitzer, möchte das Spannungsverhältnis von Natur und Industrie thematisieren, indem er beispielsweise Blüten und Blumen, gestaltet aus Zedernholz, mit Platten aus Cortenstahl verbindet. Die von ihm gestalteten Bänke geben darüber hinaus den Blick auf den ehemaligen Förderturm frei. Newman: „Die stillgelegten Zechen wurden zur Industriekultur transformiert, Wälder in meiner Heimat wieder aufgeforstet. Aber was wird aus den Menschen?“
Antworten liefert die persönliche Begegnung nicht nur rund um die Eröffnung. „Wir Künstler wollen uns ganz persönlich der direkten Kritik stellen. Schon die ersten Gespräche haben gezeigt, dass durchaus Menschen dabei sind, die uns fragen, was der ganze Zirkus soll. Andere fühlen sich angesprochen und bedanken sich für die Denkanstöße.“
Am 6. Mai 2026 wird das Kunstwerk feierlich eröffnet. Weitere Details zur Enthüllung sowie zur Anmeldung folgen in Kürze.
Mehr Informationen zum Projekt gibt es hier: Holz trifft Stahl