Zupackender Visionär und Verbinder
Brost-Ruhr Preis 2025: Für grenzüberschreitende Impulse zur nachhaltigen Energieversorgung wird Boudewijn Siemons, CEO Port Rotterdam, geehrt.
Was anderswo noch GEDACHT wird, ist in Rotterdam bereits GEBAUT:
Im niederländischen Seehafen entsteht derzeit ein Wasserstoffsystem, das die Produktion und Verwendung in der Industrie, aber auch die Einfuhr und den Transit von Wasserstoff kombiniert. Im Fokus: die nachhaltige Energieversorgung von NRW! Trotz der Herausforderungen durch höhere Kosten und wirtschaftliche Ungewissheit wird in Rotterdam angepackt.
Initiator und visionärer Antreiber auf dem Weg in eine klimaneutrale Zukunft ist Boudewijn Siemons (61), CEO der Port of Rotterdam Authority. Gemeinsam mit dem Duisburger Hafenchef Markus Bangen verbindet er das Ruhrgebiet und die Welt – dafür zeichnet die Brost-Stiftung beide mit dem Brost-Ruhr Preis 2025 aus.
Visionär und Verbinder
Bei der Marine fing alles an: Boudewijn Siemons begann seine berufliche Laufbahn bei der Königlich Niederländischen Marine, wo er bis 1998 tätig war. Anschließend übernahm er Managementpositionen bei Royal VolkerWessels und später bei Royal Vopak. Seit Oktober 2020 ist er Chief Operating Officer (COO) der Port of Rotterdam Authority. Am 1. Februar 2024 wurde er offiziell zum CEO ernannt. In seiner Funktion verantwortet er die strategische Ausrichtung des Hafens Rotterdam, insbesondere in den Bereichen Infrastruktur, Energie- und Digitalisierungstransformation sowie internationale Positionierung. Boudewijn Siemons ist Vorstandsmitglied der Deutsch-Niederländischen Handelskammer (DNHK).
„Duisburg und Rotterdam sind Drehscheiben, Vermittler und Treiber der Energiewende“
— Boudewijn Siemons
Siemons redet in Europa mit
Das wirtschaftliche Schwergewicht von Siemons belegt u.a. ein Blick in das „Familienalbum“ der europäischen Politik. Als Ursula von der Leyen im Februar in Antwerpen führenden Wirtschaftsvertretern den New Industrial Deal vorstellt, sehen wir Siemons neben der EU-Chefin auf dem Abschlussfoto.
Er ist regelmäßig in den europäischen Energiedebatten präsent und pflegt Kontakt zu Entscheidungsträgern der EU, insbesondere in Bezug auf die europäische Wasserstoffwirtschaft und die Clean Industrial bzw. Green Industrial Deal-Initiativen.
Die Häfen in Duisburg und Rotterdam bestärkten als wichtige europäischen Logistik-Hubs mit einer gerade unterzeichneten Absichtserklärung ihr Ziel, gemeinsam nachhaltige Transportkorridore über den Verkehrsträger Wasserstraße sowie zukunftsfähige Initiativen zur Energiewende zu entwickeln, um die Dekarbonisierung der Industrie voranzutreiben.
NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst: „Diese Kooperation ist ein Signal der Zuversicht: Wenn wir Infrastruktur modernisieren und Partnerschaften vertiefen, sichern wir die Zukunftsfähigkeit unseres Kontinents – wirtschaftlich, ökologisch und sicherheitspolitisch.“
Steckbrief Port of Rotterdam
Der Hafen Rotterdam behauptet auch 2025 seine Position als wichtigstes Logistikzentrum Europas. Im ersten Halbjahr wurden 211 Millionen Tonnen Güter umgeschlagen, für das Gesamtjahr wird ein Volumen von rund 435 Millionen Tonnen erwartet.
Im Containerverkehr unterstreicht der Hafen seine internationale Spitzenstellung: 2024 wurden 13,8 Millionen TEU bewegt – ein klares Zeichen für die globale Bedeutung des Standorts.
Die wirtschaftliche Entwicklung ist ebenfalls beeindruckend: Der Bruttoumsatz lag 2024 bei 841 Millionen Euro, während im ersten Halbjahr 2025 bereits 462,3 Millionen Euro erzielt wurden. Der Nettogewinn für diesen Zeitraum beträgt 143,6 Millionen Euro.
Auch für den Arbeitsmarkt ist der Hafen unverzichtbar: In Rotterdam selbst sind über 192.000 Menschen beschäftigt, während die gesamte Hafenwirtschaft in den Niederlanden rund 500.000 Arbeitsplätze sichert.
Großartige Zusammenarbeit: Rotterdam und Duisburg
„Der Hafen von Rotterdam als größter Seehafen Europas und der Duisburger Hafen als größter Binnenhafen der Welt leisten gemeinsam einen entscheidenden Beitrag für die industrielle Zukunft Nordrhein-Westfalens“, so Wüst weiter. „Beide Häfen werden künftig zu zentralen Umschlagplätzen für Wasserstoff und CO₂ und damit zu wichtigen Partnern auf unserem Weg zur klimaneutralen Industrie. Dass die beiden Häfen ihre Zusammenarbeit vertiefen, ist für Nordrhein-Westfalen eine gute Nachricht.“
Menschen mitnehmen, Projekte umsetzen
Ein weiterer Schwerpunkt der Vereinbarung der beiden Häfen liegt darin, den Rheinkorridor als grenzüberschreitende nachhaltige Logistikachse zu stärken. Der Rheinkorridor bildet das Rückgrat der europäischen Industrieversorgung und ermöglicht eine effiziente, nachhaltige Anbindung der Produktionsstandorte an internationale Märkte. Als wichtigste Wasserstraße Europas sichert er die Versorgungssicherheit und Wettbewerbsfähigkeit zahlreicher Unternehmen entlang der gesamten Wertschöpfungskette.
“Über Rotterdam werden aktuell 13 Prozent des europäischen Energiebedarfs importiert“, so Boudewijn Siemons. „Noch sind dies vor allem fossile Energieträger, aber langfristig wollen wir Europas Importhafen für Erneuerbare Energien werden. Der Binnenschifffahrt und damit unserer Zusammenarbeit mit duisport kommt beim Weitertransport dieser Energieträger eine besondere Bedeutung zu.“
Siemons ist bekannt als starker Kommunikator und „Verbinder“ der Belegschaft, unter ihm arbeiten 1.400 Beschäftigte direkt, 320.000 Jobs sind hafenbezogen. Er gilt als Treiber hinter Europas größten Elektrolyseanlagen, der Anbindung an das niederländische Wasserstoffnetz und des CCS-Großprojekt „Porthos“ mit Fokus auf CO₂-Speicherung.
Was anderswo noch GEDACHT wird, wurde unter seiner Führung bereits GEBAUT…
Die Verleihung des Brost-Ruhr-Preises findet am Montag, den 24. November 2025 auf Zeche Zollverein in Essen statt.
Beginn 19.00 Uhr | Einlass ab 18.30 Uhr, Erich Brost - Pavillon | Zeche Zollverein, Fritz-Schupp-Allee | 45309 Essen
Titelbild: Aerial photo Theemswegtrace | Bild:© Port of Rotterdam/Danny Cornelissen