Stratege mit Vorliebe für Klartext
Markus Bangen, Duisburger Hafenchef, erhält den Brost-Ruhr Preis als grenzüberschreitender Schrittmacher der Energiewende
Es braucht gelegentlich den Blick vom Himmel, um den Umfang der irdischen Innovationen zu realisieren: Das Titelbild zeigt das neue Duisburg Gateway Terminal (DGT) im Herzen des Hafens, das kürzlich in Betrieb genommen wurde. Hier soll erstmals demonstriert werden, dass ein Industriestandort dieser Größenordnung mithilfe von Sonnenenergie und Wasserstoff klimaneutral zu betreiben ist. Unter Führung von Markus Bangen entwickelt sich „duisport“ weiter als deutscher Weltmarktführer im nachhaltigen Warenumschlag.
Die Brost-Stiftung ehrt den Hafenchef deshalb gemeinsam mit Boudewijn Siemons (CEO des Hafens Rotterdam) mit dem Brost-Ruhr Preis 2025! Stellvertretend für ihre Häfen, die das Ruhrgebiet mit der Welt verbinden.
Professor Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung, begründet die Auszeichnung: „Die beiden, denen wir Dank schulden, haben Häfen als Zukunftsorte verstanden. Sie sehen sich mehr als Komplizen, denn als Konkurrenten.“ Markus Bangen habe den Duisburger Hafen in eine neue Ära geführt, Boudewijn Siemons Rotterdam international geöffnet und für die Zukunft aufgestellt.
Stratege der Zukunft
Markus Bangen ist seit 2000 für duisport aktiv und seit August 2021 Vorstandsvorsitzender der Duisburger Hafen AG. Mit seiner langjährigen Erfahrung im Transport- und Europarecht sowie seiner Expertise in den Bereichen Finanzen und digitale Transformation leitet er die strategische Ausrichtung von duisport. Er verantwortet die Bereiche Finanzen, Unternehmensentwicklung, Unternehmenskommunikation, ESG, Controlling, Business Development, Real Estate sowie Terminal & Intermodal Strategy.
Duisport wurde in Bangens Verantwortung zum Schrittmacher beim Umschlag von Container- und Massengut im europäischen Binnenverkehr, treibt innovative Projekte im Bereich Digitalisierung und Nachhaltigkeit voran und spielt eine bedeutende Rolle in der Wasserstoff-Wertschöpfungskette.
Jobmotor für Duisburg
Im Hafen und bei den Zulieferbetrieben sind direkt und indirekt mehr als 51.000 Menschen beschäftigt. Die Zahl ist seit Ende der 90er Jahre um 150 Prozent gestiegen, mit weiterem Wachstumspotenzial durch neue Investitionsprojekte. In Duisburg selbst sind über 26.000 Jobs auf den Hafen zurückzuführen, das entspricht etwa 15 Prozent aller Arbeitsplätze in der Stadt.
Als Partner leisten Bangen und Siemons einen großen Beitrag zur europäischen Integration und Stärkung des Ruhrgebiets über Lieferketten, Wohlstand und Beschäftigung. „Die Häfen Duisburg und Rotterdam sind keine Konkurrenten, sondern Partner in der Transformation Europas“, so Bangen. „Wir arbeiten eng zusammen, um die Entwicklung europäischer Wasserstoff-Transportketten voranzutreiben.“
Der zweifache Vater ist begeisterter Skifahrer und Hobbykoch und würde gerne mehr Freizeit mit seiner Modelleisenbahn verbringen.
Steckbrief duisport
Größter Binnenhafen weltweit – mit mehr als 100 Mio. Tonnen Umschlag, über vier Millionen Containern (TEU) jährlich und bis zu 25.000 Zügen (60 pro Woche direkt nach China) plus 20.000 Schiffen pro Jahr.
Marktführer als Logistikdrehscheibe für intermodale Verbindungen (Schiene, Wasser, Straße) in Europa.
Standort für über 300 Logistikunternehmen, mit Europas größten Container-Terminals für den Binnenverkehr.
Mit der Erprobung moderner Wasserstoff-Technologien, insbesondere im Rahmen geförderter Modellprojekte wie enerport II, stellt Hafenchef Bangen Weichen für die nachhaltige und sichere Energieversorgung. Die Verknüpfung von Hafenlogistik und Energiewirtschaft stärkt die Zukunftsfähigkeit des gesamten Industrie- und Verkehrsraums NRW.
Analyse fordert Konsequenzen
Bangen zeichnet sich, wie Kollege Siemons, durch sachkundige Analyse sowie Forderung nach konsequenter Umsetzung in der aktuellen Transformationsdebatte aus. „Wir befinden uns in einem Realitätscheck. Das wollte vielleicht lange niemand wahrhaben, aber wir sehen doch schwarz auf weiß, dass die Preise für grünen Wasserstoff – sofern der überhaupt verfügbar ist – derzeit bei 14 Euro pro Kilogramm liegen“, erklärte er im Interview mit der Wirtschaftswoche. „Wir müssen aber Richtung zwei Euro kommen. Für Prozesswärme in der Chemieindustrie müssten wir sogar auf einen Euro pro Kilogramm kommen, das wird nicht zu schaffen sein.“ Höchste Zeit für die politisch Verantwortlichen, das Förderungssystem für „grünen Wasserstoff“ der Realität anzupassen.
„Europa ist so stark wie sein schwächstes Gleis. Und dieses führt direkt in die deutsche Bürokratie“, kritisiert Prof. Bodo Hombach im Rahmen seiner Preisbegründung. Der Brost-Ruhr Preis wird einmal mehr Aufmerksamkeit für Themen schaffen, die die Menschen nicht nur in NRW bewegen.
Die Verleihung des Brost-Ruhr-Preises findet am Montag, den 24. November 2025 auf Zeche Zollverein in Essen statt.
Beginn 19.00 Uhr | Einlass ab 18.30 Uhr, Erich Brost - Pavillon | Zeche Zollverein, Fritz-Schupp-Allee | 45309 Essen
Titelbild: Duisburger Hafen, Ruhrort | Bild:© duisport/Hans Blossey