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Wo Mozarts Winde wehen

Die Liga der außergewöhnlichen Musiker

Timm Beckmann und die Liga der außergewöhnlichen MusikerInnen begeisterten mit einem wilden Mix aus Klassik und Kleinkunst

Im vermeintlich härtesten Radioquiz der Welt sollen die Hörer von WDR 2 jeden Sonntag zwischen vier vorgegebenen Begriffen die schwer erkennbare Gemeinsamkeit finden. Angesichts der großen Beliebtheit möchten wir das Quiz hier nachspielen: Was verbindet die Begriffe „Chopin“, „Furz“, „Rabenmutter“ und „Meerschweinchen“? Eingeweihten, unter ihnen die rund 450 Besucher des Oberhausener Ebertbads vom Mittwochabend, fällt die Antwort leicht: Timm Beckmann! Genauer: seine Liga der außergewöhnlichen MusikerInnen.

Deren aktuelles Programm „Klassik meets Kabarett“ begeistert mit der erwartet wilden Musikmischung. Für die oben genannten Stichworte stehen neben Moderator Beckmann die mehrfach ausgezeichnete Pianistin Anke Pan, die zum Auftakt des Abends mit zwei virtuos-perfekten Etüden von „Chopin“ brillierte. Es folgte das exzellente Kleinkunst-Duo Thomas Pigor und Benedikt Eichhorn, deren Publikumsbeschimpfung im Chanson „Rabenmutter“ minutenlang beklatscht wurde.

Das Duo Mackefisch (Peter Fischer und Lucy Mackert) zelebrierte musikalisch den „Harmoniedergang“ unter anderem am Beispiel der verzweifelten Zuwendung des Menschen zu seinem „Meerschweinchen“. Begleitet von einer wüsten Mischung aus selbstgebauten Koffertrommeln, Piano, Gitarre und Klimbim.

Liga kämpft ums Überleben

Fehlt noch das zweite Stichwort, im Konzertverlauf abgedeckt von Moderator Timm Beckmann. Er verknüpfte Programm und Interpreten mit kleinen Geschichten aus der Historie der Komponisten, zitierte dabei unter anderem aus dem Anekdotenschatz von Wolfgang Amadeus Mozart. Der geniale Komponist schrieb in den bekannten Bäsle-Briefen unter anderem von einem „wackren Furz“den er bei der nächsten Begegnung erschallen lassen wolle…

Zur genialen Unterhaltung „für Kabarett- und Musikinteressierte oder insgesamt alle, die Ohren haben“ (Programmheft) steuerten die Fills, bestehend aus sechs Mitgliedern der Essener Philharmoniker, als „symphonische Late Night Band“, einen wesentlichen Teil bei, indem sie etwa Musik von Queen oder Sting ins Klassische übersetzten.

Die eher ernsten Töne kamen bereits vor der Pause von Timm Beckmann, der 2016 der Idee der „Liga der ungewöhnlichen Musiker“ Leben eingehaucht hatte. Dem Projekt droht möglicherweise das Aus! „Wir haben gestern das letzte Mal auf Zeche Zollverein in Essen gespielt“, so der an der Folkwang Universität ausgebildete Pianist. „In diesem Rahmen sind die Kosten des Programms nicht zu stemmen.“ Er bedankte sich ausdrücklich bei der Brost-Stiftung, die seit Jahren die Liga finanziell unterstützt habe, „und angesichts der Corona-Pandemie sogar verlängert hat“. Satzungsbedingt läuft die Förderung der Brost-Stiftung Ende 2024 aus. Künftig soll das Programm regelmäßig im Ebertbad aufgeführt werden, gute Auslastung vorausgesetzt.

Darum warb Beckmann gewohnt launig: „Sie können jetzt in der Pause schon Tickets fürs nächste Jahr kaufen. Wir warten mit dem zweiten Teil der Vorstellung, bis alle wieder am Platz sind.“ Tatsächlich bildete sich eine lange Schlange an der Kasse. Und der minutenlange, stehende Schlussapplaus dürfte die außergewöhnlichen MusikerInnen noch zusätzlich zum Weitermachen motivieren…

P.S. Wenn Sie Lust auf Mehr bekommen haben: WDR 5 überträgt die Aufzeichnung von Mittwoch am 6. und 7. Februar 2024 ab 22.04 Uhr.


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