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Ein Jahr mit 365 Chancen

Auch 2023 sollen die Projekte der Brost-Stiftung wertvolle Anstöße weit über das Ruhrgebiet hinaus geben

„Das neue Jahr stellt uns vor neue Herausforderungen. Und bietet 365 neue Chancen. Unser gemeinsamer Wunschzettel ist noch lange nicht abgearbeitet.“ Stiftungsvorstand Professor Bodo Hombach hat in seiner Grußbotschaft zum Jahreswechsel die Losung für 2023 formuliert.

Im Sinne von Stifterin Anneliese Brost gehen neue Projekte an den Start, Bewährtes wird fortgesetzt und intensiviert. Die Brost-Stiftung hat dabei immer die Menschen aus der Nachbarschaft im Blick, deren tägliches Leben nicht zuletzt durch Bildungs- und medizinische Forschungsprojekte nachhaltig verbessert werden soll.

Eine Chance dazu bietet „SmartDiabetesCare in the Elderly“. Hinter dem Projektnamen verbirgt sich die Einführung eines digitalisierten Diabetesmanagements für ältere Menschen im Krankenhaus. Diese sind häufig aufgrund einer Vielzahl von verabreichten Medikamenten einschließlich Insulin durch gestörte Nierenfunktionen beeinträchtigt. Damit verbunden ist eine erhöhte Gefahr von akuten Notfällen durch Unterzuckerung.

In der Fortführung des bereits ausgezeichneten Projektansatzes geht es vor allem darum, die älteren Diabetiker:innen mit den Möglichkeiten digitaler Unterstützung bei der Ernährungsplanung und Glukosemessung vertraut zu machen. Erhobene und übermittelte Daten in Echtzeit alarmieren notfalls Pflege- oder Rettungskräfte und können schwere Verläufe verhindern.

Raum für Rückzug und Fürsorge

Im Rahmen eines Projektes zur Förderung der Jugend- und Altenhilfe will „RaumGeben“ einen Ort der Bewegung schaffen, in dem schwer kranke Kinder die Chance haben, gesund zu werden oder ihre Lebensqualität so lange wie möglich zu erhalten.

Die Vestische Kinder- und Jugendklinik Datteln gestaltet im Rahmen eines aufwändigen Umbaus eine Action-Box mit Schwimmbad, einem digitalen Computer- und Video/Audiosystem sowie einer Möglichkeit zum Bouldern. Daneben entstehen ein Konzertsaal mit einem Techniksystem zur Erzeugung von Musik durch eigene Bewegungen, eine Fitnesszone mit Geräten zum individuellen Training und eine Einheit für Physiotherapie.

Kinder ab dem fünften Lebensjahr, die angesichts des spezifischen Leistungsangebotes aus dem ganzen Ruhrgebiet nach Datteln kommen, sollen künftig optimale Behandlungsmöglichkeiten vorfinden, zu denen auch eine Therapeutin für Yoga und Achtsamkeitstraining beitragen wird.

Auf dem von Hombach zitierten Wunschzettel befindet sich auch weiterhin Musik am Nachmittag , eine Initiative bei der sich die Brost-Stiftung und die „Internationale Stiftung zur Förderung von Kultur und Zivilisation“ ergänzen. Geplant sind weitere 170 „Musikstunden am Nachmittag“, 170 Konzerte, 25 Bläserkonzerte vor Seniorenheimen sowie die Fortführung der „Oper im Taschenbuchformat“ im Anneliese-Brost-Musikforum. Hinter dem trockenen Zahlenwerk verbergen sich Stunden tiefgreifender Emotionen für die älteren Menschen, die nicht mehr in der Lage sind, selbständig Konzerte oder Opernaufführungen zu besuchen.

 Dr. Thomas Sacher, stellvertretender Vorsitzender der Brost-Stiftung: „Kulturelle Teilhabe ist ein Bürgerrecht, das dürfen wir nicht vergessen. Gerade unseren älteren Mitbürgerinnen und Mitbürgern müssen wir den Zugang zum kulturellen Leben offenhalten.“

(K)ein Revier für Machos?!

Die vielfältige und breitgefächerte Kulturförderung setzt sich auch 2023 unter anderem in der Förderung der „lit. RUHR“ fort, zur deren festen Höhepunkten inzwischen auch die Lese- und Diskussionsabende der „Metropolenschreiber:in Ruhr“ gehören. Ingo Schulze, von der Leipziger Buchmesse ausgezeichneter Bestseller-Autor, bleibt noch bis März Gast der Brost-Stiftung. Dann zieht Nora Bossong, Trägerin des Thomas-Mann-Preises 2020, in Mülheim/Ruhr ein und wird die Nabelschau des Ruhrgebietes um eine differenzierte Außenansicht erweitern.

Im Rahmen der „lit.RUHR 7“, die vom 17. bis 22. Oktober 2023 stattfindet, werden Bossong und Schulze Auskunft geben über ihre geplanten Metropolenschreiber:in-Projekte. Als langjähriger Partner des Literaturfestes im Ruhrgebiet freute sich die Brost-Stiftung im letzten Jahr übrigens über rund 15.000 Besucher, 4.000 Kinder und Jugendliche bei den KlasseBuch-Lesungen.

Neben der Unterstützung bewährter Formate betritt die Brost-Stiftung aber auch immer wieder Neuland, nicht nur geographisch…

„Neue Männer“ ist das Projekt überschrieben, in dem ab 2023 die längst überfällige Tiefenbohrung in eine vermeintlich von Kerlen dominierte Region stattfinden soll. Im Ruhrgebiet standen seit Gründung rußgeschwärzte und muskelbepackte Männer im Blickfeld. Wolfram Eilenberger, Philosoph, Bestsellerautor und zeitweise Metropolenschreiber Ruhr, bilanzierte im Rückblick: „Wenn man sich die Frage stellt, welche Frauen für das Revier stehen, kommt man auf maximal zweieinhalb…“. In der Wikipedia-Liste „Persönlichkeiten aus dem Ruhrgebiet“ ist nicht einmal jede zehnte Person eine Frau.

Auf die Forderung, endlich einmal auch ein Fußballstadion im Revier nach einer Frau zu benennen, soll Ministerpräsident Johannes Rau mit dem Vorschlag „Ernst-Kuzorra-seine-Frau-ihr Stadion“ geantwortet haben…

Ernsthaft: Zum Start des Projektes erstellen Dr. Hajo Schumacher, Hatice Akyün und Hilmar Poganatz einen „Männerkompass Ruhrgebiet“, der die spezifische Männerwelt des Ruhrgebietes abbildet. Angetrieben von den Fragen: „Gibt es eine spezifische Männlichkeit des Ruhrgebietes? Und wenn ja – wie sieht sie aus? Wie hat sie sich entwickelt, wo geht es hin?“.

Die Diskussion um Gendergerechtigkeit und berufliche Chancengleichheit begleitet naturgemäß auch den Arbeitsalltag der Brost-Stiftung. Vorstandsmitglied Dr. Boris Berger: „Im Ergebnis haben wir heute etwas über 60 Prozent Mitarbeiterinnen, auch viele Leitungsfunktionen sind mit Frauen besetzt. Darüber hinaus spiegeln sich in der nahezu paritätischen Zusammensetzung des Kuratoriums die gesellschaftlichen Realitäten angemessen wider.“

Glückauf für neue Leuchttürme

Live-Erlebnisse und Begegnungen zum Anfassen soll auch in 2023 das Brost-Projekt „DoppelSpass“ anstoßen. Amateurvereine aus dem Ruhrgebiet erhalten bis zu 2.000 Euro Unterstützung für Austauschprogramme mit anderen Jugendmannschaften. Die ersten Vereine haben das Angebot bereits genutzt, dabei neben sportlichem Kräftemessen gemeinsam mit den Gästen (die ebenfalls 2.000 Euro Förderung erhalten) Kultur im Ruhrgebiet (Zeche Zollverein, Fußballmuseum Dortmund) erkundet.

Im Journalismusseminar enter können junge Menschen aus der Region innerhalb von 10 Tagen Einblicke in nahezu alle Bereiche der modernen Medienwelt erhalten. Vermittelt von ehemaligen Teilnehmer:innen, die inzwischen selbst erfolgreiche Journalist:innen geworden sind. Anneliese Brost und Ehemann Erich (Gründungsherausgeber der WAZ) lag die Förderung von journalistischem Nachwuchs zeitlebens am Herzen.

Aus der Heimat der beiden sollen darüber hinaus wertvolle Anstöße weit übers Ruhrgebiet hinaus gegeben werden. Die Brost-Stiftung setzt dabei satzungsgemäß „auf die Strahlkraft und Sogwirkung von Ideen, die aufgrund ihrer Innovationskraft auch außerhalb der Region Beachtung und Anerkennung finden“.

Zu diesen Leuchtturmprojekten gehört die Ausstellung „Von Fernen umgeben“ mit Bildern von Dieter Nuhr, der nicht nur als Comedian ein großes Publikum begeistert. Die Bilderschau des darstellenden Künstlers wurde nach der ersten Station im Osthaus Museum in Hagen inzwischen bereits in Florenz und Dakar international wahrgenommen, als nächste Station ist Rom geplant.

Sie müssen übrigens nicht auf die nächste Vernissage warten, die „BrosTRäume“ laden Sie zur virtuellen Betrachtung der Ausstellung ein. Nu(h)r hier klicken: https://broststiftung.ruhr/kultur-vom-sofa-aus-erleben/

Till Brönner stellt sich nach dem Erfolg der Fotoausstellung „Melting Pott“ mit Unterstützung der Brost-Stiftung einer neuen Herausforderung. Im Auftrag komponiert er die Musik für ein zeitgenössisches Ballett, das sich mit Geschichte und Zukunft des Ruhrgebietes auseinandersetzt. Das Schauspielhaus Bochum plant, das Musikstück im Laufe des Jahres unter Leitung von Intendant Johan Simons nach Fertigstellung aufzugreifen und in Form einer Tanzperformance weiterzuentwickeln.

Als außergewöhnlicher Projektpartner kommt Reinhold Messner 2023 ins Revier! Der legendäre Extremsportler berichtet nicht nur von den Auswirkungen der Erderwärmung in den Hochgebirgsregionen sowie von Ansätzen, wie dort ein maßvolles Miteinander von Mensch und Natur aussehen kann. Mit seinem emotionalen Appell will der Südtiroler Jugendliche aus dem Ruhrgebiet ermuntern, sich mehr für den Erhalt der Natur, auch direkt vor ihrer Tür, einzusetzen.

Ausgangspunkt des gemeinsamen Projektes ist ein Ideenwettbewerb zum Thema regionaler Naturschutz für Schüler:innen der Mittelstufe. Die besten Anregungen werden prämiert, die entsprechenden Klassen fahren zum Austauschbesuch in die Heimat Messners. Im Anschluss wird die Partnerschule ins Ruhrgebiet eingeladen, um dort die Mahnmale des Kohlebergbaus sowie die Bestrebungen der Renaturierung kennenzulernen.



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