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„Vier von Hier“ – Director´s Cut

Premierenzuschauer begeistert von der verlängerten Neubearbeitung des Brost-Klassikers

Erleben Sie mit, wie aus einem Einspielfilm ein Spielfilm wird! Das kleine Wortspiel beschreibt nur ansatzweise einen großen Kinoabend voller Emotionen im Dortmunder Schauburg-Kino: Mehr als 100 Besucher klatschten sich am Ende die Hände warm, bewegt von einem 90 Minuten langen Filmereignis. Was als kurzer Einspieler zur Verleihung des Brost-Ruhr Preises 2024 an Peter Lohmeyer, Dietmar Bär, Joachim Król und Armin Rohde seinen Anfang nahm, ist zu einem abendfüllenden Kinoerlebnis geworden!
Regisseur Christoph Rüter hat die rund 100 Minuten langen Filmaufnahmen mit dem Quartett sowie die historischen Sequenzen in einer veränderten Dramaturgie neu zusammengestellt. Die Jugenderinnerungen der Vier sowie deren intensive Auseinandersetzung mit den eigenen Karrierestationen berühren so noch mehr, Lohmeyer, Bär, Król und Rohde lassen tiefe Einblicke in ihr Seelenleben zu. Nicht selten zu Tränen gerührt, angesichts der Wucht und Intensität des eigenen Spiels in besonderen Rollen.

„Beim Altwerden zuschauen“

Für die Zuschauer in Dortmund, unter ihnen Familie und zahlreiche Weggefährten von Dietmar Bär, spiegelt sich die eigene Lebensreise im filmischen Rückblick. Fast jeder im Saal erinnert sich bei Ausschnitten aus „Der bewegte Mann“ an das Kino, in dem er den Klassiker zum ersten Mal gesehen hat. „Ich kann mir selber beim Altwerden zuschauen“, kommentiert Armin Rohde die filmische Rückschau seiner Erfolgsserie „Nachtschicht“ im Director´s Cut.

„Der Spielfilm ist das Resultat einer außergewöhnlichen Kooperation mit vier herausragenden Schauspielern. Jede zusätzliche Szene und Änderung wurde von allen mitgetragen.“

— Regisseur Christoph Rüter

Die zusätzlichen Bilder in der Spielfilmfassung machen die Begegnung mit den vier herausragenden Schauspielern noch intensiver, die vielschichtigen Botschaften wirken nach. „Vier von Hier“ verliert sich nicht im Rückblick, sondern wird in der Langversion noch aktueller. Król diskutiert beispielsweise am Rande der Proben zur Theater-Komödie „Sophia oder Das Ende der Humanisten“ ausführlich die Herausforderungen im künftigen Umgang mit Künstlicher Intelligenz.

Haltung und Emotion

Mit den von Rüter neu hereingeschnittenen Filmsequenzen aus „Gloomy Sunday“ (mit Joachim Król) und „Jud Süß“ (mit Armin Rohde) wird der wachsende Antisemitismus in Deutschland aufgegriffen, die widerlichen Judenwitze lösen Beklemmung im Zuschauerraum aus.
Politische Haltung ist trotz aller Sentimentalitäten gewollte Botschaft, wie Dietmar Bär im Film und auch später als Interviewgast auf der Bühne betont. „Wir haben angesichts unserer Bekanntheit eine Verantwortung. Und wenn sich bestimmte Entwicklungen in der Gesellschaft nicht bremsen lassen, werden wir Position beziehen. Gegebenenfalls auch auf der Straße!“
Im Spielfilm wird noch deutlicher, wie die Region die „Vier von Hier“ geprägt hat. „Die Ruhrgebietsmentalität bringt man immer mit ein“, erklärt Bär. „Dazu gehört in erster Linie ein klarer Blick auf die Welt.“ Trotz unterschiedlicher Elternhäuser prägte die Jugend im Pott, Bär beschreibt die Dreharbeiten als Miteinander in „Feuerzangenbowlen-Stimmung“.
Trotz unüberbrückbarer Gegensätze mit Lohmeyer beim Stichwort Fußball. Der Kölner Tatort-Kommissar (BVB-Fan) nennt die Liebe des Kollegen zu Schalke 04 scherzhaft „eine genetische Störung“. Und erinnerte in der Schauburg an den gemeinsamen Film, in dem sich Lohmeyer am meisten überwinden musste: 1999 spielten beide in „Nie mehr Zweite Liga“ Fans von Borussia Dortmund – und mussten natürlich schwarz-gelbe Trikots tragen…
Diese Bilder hätten auch gut in den gezeigten Spielfilm gepasst. Aber der soll jetzt, so Rrüter, trotz noch vorhandenen Bildmaterials, genauso so bleiben. Der anhaltende Schlussapplaus in der Schauburg am Dienstagabend gibt ihm recht!