Inklusion als gelebte Praxis
Inklusion als gelebte Praxis
Das Austauschprogramm der Brost-Stiftung zwischen dem Ruhrgebiet und den Niederladen stärkt Inklusion und eröffnet neue Perspektiven
Die Brost-Stiftung setzt mit der Fortsetzung des erfolgreichen Projekts „Jugendaustausch Ruhrgebiet – Niederlande 2.0“ ein starkes Zeichen für gelebte Nachbarschaft und gesellschaftlichen Zusammenhalt. Aufbauend auf den Erfahrungen der vergangenen Jahre wird jungen Menschen weiterhin die Möglichkeit gegeben, das Nachbarland kennenzulernen, Vorurteile abzubauen und nachhaltige Freundschaften über Grenzen hinweg zu schließen. Ein besonderer Schwerpunkt liegt dabei auf dem inklusiven Austausch: Erstmals nehmen Schülerinnen und Schüler mit Hörbeeinträchtigung aus beiden Ländern gemeinsam an den Begegnungen teil – und erleben, wie Verständigung auch jenseits gesprochener Sprache gelingen kann.
Wiedersehen in Haren
Nach den intensiven und aufregenden Tagen im Ruhrgebiet stand nun der mit Spannung erwartete Gegenbesuch an: Die Schülerinnen und Schüler der Schule am Leithenhaus Bochum (Förderschwerpunkt Hören und Kommunikation) in Bochum reisten zur Guyot-Schule für Sonderpädagogik für gehörlose und schwerhörige Kinder in Haren in den Niederlanden, wo sie von ihren Austauschpartnern herzlich empfangen wurden.
Was beim ersten Kennenlernen im Ruhrgebiet begonnen hat, wurde bei der Projektwoche “Tage der Gehörlosenkultur” fortgeführt und vertieft – aus ersten Begegnungen sind echte Freundschaften entstanden. Das Wiedersehen war geprägt von Vertrautheit, Neugier und der Freude darüber, sich wiederzusehen.
Inklusion als gelebte Praxis: Im Mittelpunkt der Projektwoche stand erneut der inklusive Ansatz – und damit die Frage, wie Kommunikation und Zusammenarbeit über sprachliche und kulturelle Unterschiede hinweg gelingen können. Der Fokus der Woche lag bei der Anerkennung der niederländischen Gebärdensprache, die sich zum fünften Mal jährt.
In verschiedenen Workshop-Gruppen setzten sich die Jugendlichen kreativ und praxisnah mit dem Thema auseinander:
- Gebärdensprach-Workshops, in denen Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen Deutscher und Niederländischer Gebärdensprache entdeckt wurden
- Kreativformate, die Raum für Ausdruck ohne Worte boten – etwa durch Kunst oder Bewegung
- Gemeinsames Anschauen eines Films, bei dem alle Darstellerinnen und Darsteller Gebärdensprache nutzen
Besonders eindrucksvoll: Die Erfahrung, dass selbst innerhalb der Gebärdensprachen Unterschiede bestehen können – und dass Missverständnisse nicht trennen, sondern oft für gemeinsame Aha-Momente und viel gemeinsames Lachen sorgen.
Lernen voneinander – auf Augenhöhe
Die Tage in Haren machten deutlich, was den Kern dieses Austausches ausmacht: Begegnung auf Augenhöhe.
Die Jugendlichen begegneten sich nicht als „Gäste“ und „Gastgeber“, sondern als Gleichaltrige mit ähnlichen Erfahrungen, Interessen und Herausforderungen. Gerade der gemeinsame Umgang mit Hörbeeinträchtigungen schuf eine besondere Verbindung – getragen von gegenseitigem Verständnis und Offenheit.
Im Alltag, in den Workshops und bei gemeinsamen Aktivitäten wurde deutlich: Kommunikation ist weit mehr als Sprache – sie entsteht durch Gestik, Mimik, Kreativität und vor allem durch die Bereitschaft, sich aufeinander einzulassen.
Brücken bauen – weit über die Projektwoche hinaus
Der Jugendaustausch zeigt eindrucksvoll, welche Wirkung persönliche Begegnungen entfalten können. Was als Projektwoche beginnt, entwickelt sich zu einem nachhaltigen Netzwerk zwischen Schulen, Lehrkräften und vor allem den Jugendlichen selbst.
Die Brost-Stiftung schafft damit eine Plattform, auf der junge Menschen Erfahrungen sammeln, Horizonte erweitern und den europäischen Gedanken ganz praktisch erleben können. Jährlich erhalten zahlreiche Jugendliche die Chance, Teil dieses besonderen Austauschs zu werden und Verbindungen zu knüpfen, die über Ländergrenzen hinausreichen.
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