Vier von Hier – Joachim Król: Herkunft, Haltung, Ruhrgebiet
Vier von Hier - Joachim Król: Herkunft, Haltung, Ruhrgebiet
Er ist einer der bekanntesten Schauspieler Deutschlands – und doch immer „einer von hier“ geblieben: Joachim Król.
Der in Herne geborene Bergmannssohn steht exemplarisch für jene Haltung, die das Ruhrgebiet prägt: Bodenständigkeit, Leidenschaft und ein tiefes Verantwortungsgefühl für die Menschen der Region.
Im Rahmen des Projekts „Vier von Hier“ rückt die Brost‑Stiftung gemeinsam mit Joachim Król und seinen Schauspielkollegen Dietmar Bär, Peter Lohmeyer und Armin Rohde genau diese Verbundenheit mit einem Dokumentarfilm in den Mittelpunkt – angelehnt an den Kurzfilm „Vier von Hier“ von Christoph Rüter im Rahmen des Brost-Ruhr Preises 2024 und getragen von der gemeinsamen Herkunft aus dem Revier.
Brost‑Ruhr Preis 2024: Auszeichnung für vier Schauspieler aus dem Revier
Mit dem Brost‑Ruhr Preis 2024 würdigte die Brost‑Stiftung erstmals ein Schauspielerquartett aus dem Ruhrgebiet. Neben Joachim Król wurden Dietmar Bär, Peter Lohmeyer und Armin Rohde ausgezeichnet – vier Künstler, deren Biografien eng mit dem Revier verbunden sind. Die Preisverleihung im Bochumer Schauspielhaus war für alle Beteiligten ein emotionales „Homecoming“: Bereits 1984 hatten Król, Bär und Rohde dort gemeinsam auf der Bühne gestanden.
Die Dotation des Preises in Höhe von 100.000 Euro floss vollständig in soziale Projekte im Ruhrgebiet – ein bewusstes Signal für nachhaltiges, regionales Engagement. Jeder Preisträger stellte seine Zuwendung in Höhe von 25.000 Euro einem Projekt seiner Wahl zur Verfügung.
Investition in Kinder und Gemeinschaft: Circus Schnick‑Schnack in Herne
Joachim Król entschied sich, sein Preisgeld dem Circus Schnick‑Schnack in Herne zukommen zu lassen – einem generationsübergreifenden, inklusiven Stadtteilzentrum auf der sogenannten „Kulturinsel“ in Horsthausen, unmittelbar neben seiner ehemaligen Grundschule.
„Ein fantastisches Stadtteilprojekt, das unbedingt weiterarbeiten muss“, so Król. Der Circus leistet seit 1997 semi‑professionelle Zirkusarbeit mit Kindern aus dem gesamten Einzugsgebiet und schafft mit seinen drei Zelten auf 5.000 Quadratmetern dringend benötigte Sozialräume: für Training, Workshops, offene Treffs, Stadtteilpicknicke und Begegnung.
Gerade in einem Stadtteil mit hoher Arbeitslosigkeit und kaum noch vorhandenen öffentlichen Treffpunkten wird der Circus Schnick‑Schnack so zu einem „Dritten Ort“ – einem Raum jenseits von Zuhause und Arbeit, der Gemeinschaft ermöglicht und den gesellschaftlichen Zusammenhalt stärkt. Über 350 Ehrenamtliche engagieren sich hier jährlich mit mehr als 30.000 Stunden für Kinder, Jugendliche, Familien und ältere Menschen.
Die Zuwendung aus dem Brost‑Ruhr Preis schafft nun die Grundlage für den weiteren Ausbau: etwa für einen außerschulischen Lernort, frei nutzbare Ehrenamtsräume und zusätzliche pädagogische Angebote. Allein in diesem Jahr können rund 700 Kinder kostenfrei Zirkusluft schnuppern.
Zwischen Leinwand und Leben
Ein weiterer besonderer Moment der Zusammenarbeit war die gemeinsame Einladung von Joachim Król und der Brost‑Stiftung zur Filmvorführung im Astra Theater Essen. Dort gab der vielfach ausgezeichnete Schauspieler im Gespräch mit Moderatorin Desireé Rösch eindrucksvolle Einblicke in sein (Seelen‑)Leben als Schauspieler, seine Karriere und seine Haltung als politisch wacher Künstler.
Für ein Raunen im Publikum sorgte der überraschende Auftakt: Król erschien gleich zu Beginn seines über 25 Jahre alten Films Ein Lied von Liebe und Tod – Gloomy Sunday formatfüllend auf der Leinwand – wenige Minuten, nachdem er noch live auf der Bühne gestanden hatte. Mit Humor, Offenheit und großer Nähe zum Publikum sprach Król über das Älterwerden, über Zweifel und Erfolge – und über das, was ihn bis heute antreibt: Verantwortung zu übernehmen.
Vier von hier – und gemeinsam für's Ruhrgebiet
Seit der Preisverleihung verbindet die Brost‑Stiftung und die vier Preisträger eine enge Zusammenarbeit. Mit dem Dokumentarfilm „Vier von Hier“ von Christoph Rüter entsteht ein gemeinsames filmisches Projekt – auf Basis des Erfolgs des Kurzfilms, der beim Brost-Ruhr Preis 2024 gezeigt wurde. Ziel ist es, die Menschen im Ruhrgebiet zu mehr Selbstbewusstsein zu ermutigen – und die Vielfalt, Kreativität und Stärke der Region sichtbar zu machen.
Oder, wie Joachim Król es selbst formuliert: „Die Menschen aus dem Pott machen oft zu wenig Wirbel um sich. Das ist nicht immer gut.“ Mit „Vier von Hier“ setzen die Brost‑Stiftung und ihre Preisträger genau hier an – und zeigen, wie viel Kraft in Herkunft, Haltung und gemeinsamem Engagement steckt.
Mehr zum Projekt findet ihr hier: Vier von Hier
Die Brost‑Stiftung präsentiert den fertigen Film im Rahmen einer exklusiven Kinotour durch das Ruhrgebiet. Die Filmpremiere findet am 21. April 2026 in der Lichtburg in Essen statt.