Galaktische Traumreise
Galaktische Traumreise
Zwischen Miniraketen und funkelnden Lichtern erleben kleine Theaterbesucher in Bochum eine besondere „Traumraumfahrt“
„Vöööllig losgelöst“ – zum Refrain der Weltraumhymne um „Major Tom“ geht richtig die Post ab. Genauer gesagt die Rakete! Während die kleinen und großen Zuschauer am Bühnenrand laut mitsingen, schießen die zwei Astronautinnen via Luftdruckrampe kleine graue Raketen durch den Saal. Jeder Abschuss von Beifall begleitet –Höhepunkt der 35 Minuten andauernden „Traumraumfahrt“ in der Theaterwerkstatt Bochum.
Die “Traumraumfahrt“ ist ein zauberhaftes, sehr sinnlich angelegtes Kindertheaterstück, das Kinder auf eine Reise durch den Weltraum der Fantasie mitnimmt. Das Stück stammt von der Kölner Compagnie tanzfuchs PRODUKTION, die auf Tanz- und Bewegungstheater für junges Publikum spezialisiert ist und feierte am Jungen Schauspielhaus Bochum am Sonntag Premiere – gefördert durch die Brost-Stiftung.
Auf Sitzkissen und gemütlichen Polstern verfolgten die Zuschauer entspannt und gebannt, wie die Schauspielerinnen Romy Vreden und Emily Welther als „NASE“-Astronautinnen abheben. Zu einer traumhaften Entdeckungstour ins All, an der die kleinen Zuschauer mit allen Sinnen teilhaben können.
Astronauten in sicheren Händen
Ein Schlaflied zu Beginn führt in den Traumraum, aus dem die imaginäre Raumkapsel abhebt. In einen Sternenhimmel aus Lichtreflexen, projiziert auf einen Fallschirm über der Bühne. Beim Weltraumspaziergang werden die Astronautinnen durch ein Seil gesichert, das die Kinder am Bühnenrand festhalten…
Statt einer linearen Geschichte mit Dialogen verfolgen die Kleinsten eine poetische Reise, in der das Raumschiff ganz leise durch die Träume fliegt. Mit Licht, Projektionen, Klangteppichen und Bewegung verwandelt sich der Bühnenraum immer wieder – mal schwebt man durchs All, mal landet man auf einem Planeten voller leuchtender Formen.
Besonders amüsiert das junge Publikum die Kommunikation der beiden Space-Heldinnen in einer Phantasiesprache, die aus Zungenschnalzen in wechselnder Tonlage und Lautstärke besteht. Die Großeltern im Saal fühlten sich wohl an den französischen Komiker Louis de Funes und seine „Außerirdischen Kohlköpfe“ aus dem Jahr 1981 erinnert.
Weltraumtour mit Gummibärchen
Der Fokus liegt auf Körper, Musik und visuellen Reizen anstelle gesprochener Sprache – ideal auch für Kinder, die noch nicht viel sprechen oder verschiedene Sprachen sprechen.
Noch ein Verweis auf den (moderneren) Kosmos der Sternenfilme: Auch bei der „Traumraumfahrt“ bekommen kleine Roboter menschliche Züge, zwei Staubsaugroboter werden zu Kuscheltieren. Bevor sich am Ende der Fallschirm zur glücklichen Landung auf die Bühne senkt. Nach Neugier und Entdeckungslust bleibt in Papas Arm das Gefühl von Geborgenheit, selbst wenn man auf „unbekannten Planeten“ landet.
Das von der Brost-Stiftung geförderte Stück will kleine Menschen ans Theater heranführen. Und nebenbei ganz praktisch auf die Begegnung mit Außerirdischen vorbereiten. Im Rahmen des Theaterprojektes haben die Kids der benachbarten KiTa Heilig Kreuz ein Fotobuch gebastelt, in dem sie Besuchern aus dem Orbit ihre Lebenswelt vorstellen. Gleichzeitig wurde eine Kiste für die Weltraumreise gepackt, mit allen wichtigen Dingen, die das Erdenleben ausmachen. Möhren, Äpfel, Klopapier – und Gummibärchen.
Dann kann die Traumraumfahrt ja losgehen!
Mehr Informationen gibt es hier: Die Traumraumfahrt
Alle Fotos © Schauspielhaus Bochum AöR/ Fabian Ritter