Zum Inhalt springen

Der andere Blick im Januar: Ein literarisches und künstlerisches Projekt über das Ruhrgebiet

Der andere Blick im Januar: Ein literarisches und künstlerisches Projekt über das Ruhrgebiet

Rückblick: Weihnachten im Ruhrgebiet 2025

Nach dreißig Jahren verbringt der kubanische Germanist des „Anderen Blicks“ den letzten Monat des Jahres erstmals außerhalb seiner Heimat. Der Dezember war für ihn stets eine Zeit, die ganz der Familie und dem Zuhause auf seiner Insel vorbehalten war; keine Auslandsreisen, keine beruflichen Termine, alles stand im Zeichen des vertrauten Miteinanders und der Rückbesinnung. Gerade deshalb war es für ihn eine besondere Herausforderung, den Dezember 2025 fernab der Heimat zu verbringen – mitten in seiner literarischen Erkundung des Ruhrgebiets. 

 

Der Monat Dezember besitzt für ihn eine doppelte Bedeutung: Er markiert das Ende eines Jahres und zugleich den Aufbruch in ein neues. Für viele Menschen ist diese Zeit geprägt von Rückblick und Neuausrichtung, von Abschied und Erwartung. Auch für Jesus Irsula war der letzte Monat des Jahres früh durch Einladungen aus dem neuen wie aus dem alten Freundeskreis verplant, sodass sein Kalender rasch gefüllt war. 

 

Für Christen und Nicht-Christen gleichermaßen gilt der Dezember als Monat der Weihnacht. Die Wochen nehmen ihren eigenen Rhythmus an: Lichterglanz, geschmückte Tannenbäume, geschäftiges Treiben in den Straßen, Geschenke, Begegnungen mit Freunden und Familie bestimmen zunehmend das Bild. Neben fest vereinbarten Terminen sorgten spontane Begegnungen dafür, dass kaum eine Lücke im Kalender des Reviererkunders blieb. 

Weihnachtliche Traditionen im Ruhrgebiet

In seinem Blick auf das Ruhrgebiet erkannte er, dass Feste und Traditionen im soziokulturellen Leben und im gemeinschaftlichen Engagement der Region eine zentrale Rolle spielen. Deshalb lag es für ihn nahe, seine Erlebnisse rund um die Weihnachtszeit 2025 zu schildern. Die Motivation dazu bezog er auch aus kritischen Stimmen, die sowohl im Ruhrgebiet als auch in seiner Heimat laut wurden – etwa jene, die die zunehmende Kommerzialisierung von Weihnachten beklagen. Für viele verliert das Fest dadurch an Tiefe und ursprünglicher Bedeutung, weil Konsum und Geschenkeflut immer stärker in den Vordergrund rücken. 

 

Rituale und Erscheinungsformen lassen sich kritisch betrachten, nicht jedoch die Tradition als solche. Der Begriff Tradition geht auf das lateinische traditio zurück, abgeleitet von tradere: übergeben, weiterreichen, anvertrauen. Tradition meint das Weitergegebene. Im Kern bezeichnet sie den Prozess der Weitergabe von Ritualen, Bräuchen und Praktiken über Generationen hinweg. Entscheidend ist weniger der Ursprung als die fortgesetzte Wiederholung und soziale Anerkennung innerhalb einer Gemeinschaft. Traditionen stiften Identität, Orientierung und Zusammenhalt. Sie sind kein statisches Erbe, sondern unterliegen Veränderungen. Der französische Sozialist Jean Jaurès formulierte es treffend: Tradition ist nicht das Bewahren der Asche, sondern das Weitergeben des Feuers. Jede Generation deutet dieses Feuer neu. 

 

Weihnachten ist das Ergebnis eines langen Wandlungsprozesses. Als religiöses Fest existiert es seit dem 4. Jahrhundert und ist heute ein fester Bestandteil des kirchlichen Kalenders. Im theologischen und liturgischen Sinn ist Weihnachten eine klar christliche Tradition, deren Mittelpunkt die Feier der Geburt Jesu Christi bildet. Zentrale Bestandteile sind dabei die Christmette, die Darstellung der Krippe, das Vorlesen der Evangelien sowie die gesamte Adventszeit als Vorbereitungsphase auf das Fest. 

 

Allerdings sind weder der Zeitpunkt noch viele der Bräuche ausschließlich christlichen Ursprungs. So ist der 25. Dezember als Datum für die Geburt Jesu nicht biblisch belegt, sondern wurde erst im 4. Jahrhundert offiziell festgelegt. Weihnachten ist damit kein isoliertes christliches Ereignis, sondern vielmehr das Ergebnis einer Überlagerung und Umdeutung älterer Feste. Bereits vor dem Christentum wurden zur Wintersonnenwende Sonnen- und Wendefeste wie Sol Invictus, das nordische Julfest oder keltische Jahreswendrituale gefeiert. Viele heute bekannte Elemente wie Lichter, Kerzen, immergrüne Zweige, festliche Mahlzeiten und das Überreichen von Geschenken haben ihren Ursprung in vorchristlichen Bräuchen und Traditionen.

 

Weihnachten ist daher sowohl ein religiöses als auch ein kulturell überformtes Fest, das verschiedene Traditionen und Bedeutungen in sich vereint und immer wieder neu interpretiert wird. 

 

Nach den Feiertagen drängt sich im Ruhrgebiet die Frage auf, ob Weihnachten hier besondere Eigenheiten aufweist. Beim Vergleich mit anderen deutschen Regionen sowie mit Erinnerungen an vergangene Weihnachtsfeste zeigt sich jedoch, dass markante Unterschiede kaum erkennbar sind. Vieles erscheint vertraut und entspricht den allgemeinen Erwartungen: Festliche Lichter, geschmückte Weihnachtsbäume und die stimmungsvolle Atmosphäre der Weihnachtsmärkte prägen auch hier das Bild. Selbst das eigene Wohnviertel Uhlenhorst bildet in dieser Hinsicht keine Ausnahme. Die Fenster sind schlicht beleuchtet, und in den Stuben finden sich liebevoll dekorierte Weihnachtsarrangements. Diese vertrauten Elemente spiegeln die Kontinuität der Traditionen wider und unterstreichen die Gemeinsamkeiten, die das Weihnachtsfest im Ruhrgebiet mit anderen Regionen Deutschlands verbinden. 

Weihnachtstraditionen in Kuba

Auch in Kuba gibt es eine ausgeprägte Tradition rund um das Weihnachtsfest, die ihren Ursprung in der Kolonialzeit hat. Mit der Eroberung Amerikas durch die europäischen Mächte Spanien und Portugal wurden religiöse, soziale und kulturelle Praktiken aus Europa nach Kuba gebracht und dort institutionell verankert – oft unter erheblichem Zwang und Gewalt. Zu diesen Praktiken gehörte insbesondere der Katholizismus, dessen Feste und Rituale das gesellschaftliche Leben prägten. 

 

Kuba ist bis heute formal ein katholisch geprägtes Land. Etwa 60 Prozent der Bevölkerung sind katholisch getauft, wobei nur ein sehr geringer Anteil – etwa ein Prozent – regelmäßig am Gottesdienst teilnimmt. Neben der katholischen Kirche existieren zahlreiche weitere christliche Gemeinschaften. Besonders prägend ist der religiöse Synkretismus, wie er etwa in der Santería zum Ausdruck kommt, die katholische und afrikanische Glaubenselemente miteinander verbindet. 

Die Entwicklung des Weihnachtsfestes auf Kuba verlief nicht geradlinig. Im Jahr 1969 strich die Regierung den 25. Dezember als gesetzlichen Feiertag und erklärte ihn zum regulären Arbeitstag. Offiziell wurde dies mit wirtschaftlichen Zwängen begründet – insbesondere mit der Bedeutung der Zuckerrohrernte zu dieser Zeit. Während aktive Christen weiterhin in ihren Gemeinden Weihnachten feierten, verschwanden öffentliche Symbole wie Christbäume und Krippen aus dem Straßenbild. Erst mit dem Besuch von Papst Johannes Paul II. im Januar 1998 wurde der 25. Dezember wieder dauerhaft als gesetzlicher Feiertag eingeführt. Dieses Ereignis markierte einen Wendepunkt in den Beziehungen zwischen Staat und Kirche und führte zu einer erneuten öffentlichen Anerkennung des Weihnachtsfestes. 

Die Weihnachtszeit der Familie Irsula

Die Vorfreude auf das Weihnachtsfest begann für Jesus Irsula und seine Familie mit dem gemeinsamen Kauf eines Weihnachtsbaumes im Mülheimer Hafencenter. Sein Sohn wählte den Baum sorgfältig aus und dekorierte ihn anschließend in seinem Apartment mit viel Liebe zum Detail. Besonders die Enkelin Nina zeigte große Begeisterung: Sie freute sich nicht nur über den festlich geschmückten Baum, sondern auch über die zahlreichen Geschenke, die nach und nach vom Weihnachtsmann, von „Papá Noel“ sowie von vielen „Onkeln“ und „Tanten“ aus dem Freundeskreis – teils sogar aus Amerika und Kuba – eintrafen. 

 

Ein fester Bestandteil der weihnachtlichen Unternehmungen war zudem der Besuch verschiedener Weihnachtsmärkte in den Städten des Ruhrgebiets. Hierbei spielte die Familie Gerlach eine besondere Rolle. Die enge Freundschaft zwischen den Familien besteht seit einem früheren beruflichen Aufenthalt des Vaters in Havanna. Erst später wurde Jesus Irsula bewusst, dass die Gerlachs in Duisburg-Wedau, ganz in der Nähe seines Apartments, lebten. In den vergangenen Monaten kam es zu zahlreichen Begegnungen mit der Familie Gerlach, darunter gemeinsame Feiern wie das 100-jährige Jubiläum des Schützenvereins Duisburg-Wedau und ein regionales Oktoberfest. 

 

Die Weihnachtssaison startete im Jahr 2025 am Totensonntag, dem 23. November. Auf Empfehlung der Familie Gerlach besuchte die Familie am 28. November den Duisburger Weihnachtsmarkt, der sich entlang der Königstraße und angrenzender Plätze erstreckt. Besonders beeindruckend war die stilvolle Beleuchtung: Lichterketten in den Bäumen, LED-Dekorationen an den Fassaden und klassische Weihnachtsmotive sorgten für eine festliche, aber nicht überladene Atmosphäre. In einer der liebevoll dekorierten Holzhütten verbrachte die kubanische Familie und die Gerlachs mit weiteren Freunden aus Duisburg einige gesellige Stunden. Das kulinarische Angebot reichte von Currywurst mit Pommes bis hin zu Glühwein, was für eine gemütliche Stimmung sorgte. Beim Abschied am Ende des Abends folgte die Einladung der Familie Gerlach, auch den lokalen Weihnachtsmarkt in Wedau zu besuchen. 

 

Der Wedauer Weihnachtsmarkt findet traditionell an einem Wochenende am Wedauer Markt statt. Der Besuch wurde bewusst auf Samstag, den 6. Dezember, den Nikolaustag, gelegt. Dieser Tag erinnert an Nikolaus von Myra, einen frühchristlichen Bischof, der für Nächstenliebe und Fürsorge bekannt ist. Nach alter Tradition stellen Kinder am Vorabend ihre Stiefel vor die Tür, um am Morgen kleine Geschenke, meist Süßigkeiten, zu finden. Trotz des kalten und regnerischen Wetters und einer Verspätung, durch die sie leider den Auftritt des Chors der evangelischen „Grundschule Am See“ verpassten – sehr zum Bedauern von Nina –, überzeugte der kleine und überschaubare Markt durch kunsthandwerkliche Produkte, saisonale Geschenkideen, Dekorationen und lokale Erzeugnisse. Kulinarische Klassiker wie Glühwein, gebrannte Mandeln, Plätzchen und herzhafte Speisen rundeten das Angebot ab. Unter einem beheizten Zelt fanden die Familien Schutz vor dem Regen. Die Organisation lag beim Bürgerverein Wedau-Bissingheim und lokalen Partnern, die den Markt als Treffpunkt der Gemeinschaft verstanden. Die Bewirtung übernahmen Mitglieder der Vereine mit großem Engagement. Der Markt war gut besucht, vor allem von Familien, Nachbarn und Arbeitskollegen. Die Atmosphäre war freundlich, familiär und nüchtern – im besten Sinne ruhrgebietstypisch. 

 

Weitere Ausflüge führten die Familie nach Oberhausen, wo der Weihnachtsmarkt am Westfield CentrO zu den größten im Ruhrgebiet zählt und durch den City-Adventszauber am Altmarkt ergänzt wird. Die Verbindung von Einkaufszentrum und Weihnachtsmarkt schafft einen hybriden Ort, der sowohl klassische Marktbesucher als auch Shopping- und Erlebnisnutzer anspricht. Besonders auffällig war die internationale Präsenz: Neben zahlreichen Besuchern aus den Niederlanden und weiteren Nachbarländern prägten auch internationale Gastronomiestände das bunte Bild. Nach einem Rundgang fand die Familie Platz an einem Tisch eines provisorischen Lokals mit österreichischem Bezug, wo Jesus Irsula ein Stiegl-Pils und Schweinebraten mit Knödeln bestellte. Im Fazit präsentierte sich der Oberhausener Weihnachtsmarkt als international ausgerichteter, stark frequentierter und kommerziell geprägter Ort. Er unterscheidet sich deutlich von kleineren, lokalen Märkten, bietet jedoch ein eigenständiges und charakteristisches Erlebnis. 

 

Zuhause in Mülheim stand schließlich noch der Besuch des eigenen Weihnachtsmarktes an. In der historischen Altstadt erstreckt sich der Markt entlang der Gassen zwischen Kirchenhügel, Hagdorn, Muhrenkamp und Kettwiger Straße. Der Markt ist klein, traditionell geprägt und bewusst überschaubar gehalten. Kunsthandwerk, regionale Produkte und klassische Speisen bestimmen das Angebot. Die Familie besuchte den Markt am Nachmittag des letzten Samstags vor Weihnachten. Nina traf sich dort mit einer spanischen Mitschülerin der Grundschule Krähenbüschken. Während Claudia und Nina Zeit mit der spanischen Familie verbrachten, zogen sich Jesus Irsula und sein Sohn in eine Bierkneipe in der Einkaufsstraße zurück, die sich als freundlicher und gesprächiger Ort erwies – ganz anders als zunächst erwartet. 

Jesus' Weihnachtsfest

Am 24. Dezember folgten wir der Einladung der Familie Gerlach, gemeinsam Gottesdienst und Heiligabend im Familienkreis zu feiern. Der festliche Tag begann um 14 Uhr mit einem Besuch der Jesus-Christus-Kirche in Buchholz. Diese Kirche gehört zur Evangelischen Kirchengemeinde Trinitatis, die verschiedene Stadtteile im Südosten des Evangelischen Kirchenkreises Duisburg vereint, darunter Buchholz, Wedau und Bissingheim. 

 

Der Gottesdienst wurde durch einen besonderen Beitrag des Kinderchors bereichert: Die Kinder der Gemeinde führten ein Musical zur Christmette auf, das insbesondere Nina begeisterte. Die jungen Sängerinnen und Sänger traten sicher und engagiert auf. Zwar waren die Stimmen nicht vollkommen, aber klar und gut hörbar – entscheidend war die Begeisterung und Ausdruckskraft, mit der das Musical gestaltet wurde. 

 

Nach dem Gottesdienst wurde die kubanische Familie von Jordan, dem Sohn der Familie Gerlach und aktivem Mitglied des Schützenvereins Wedau, zur Wohnung der Familie gebracht. Dort wartete Papa Gerlach, der bereits mit den Vorbereitungen für das Abendessen beschäftigt war. Mutti Sabine hingegen hatte nach dem Gottesdienst noch mehrere Auftritte als Mitglied des Kirchenchors von Wedau zu absolvieren. 

 

Die Zeit bis zum gemeinsamen Abendessen verbrachten die Gäste in der warmen, festlich geschmückten Stube vor dem Weihnachtsbaum und genossen Champagner und Bier. Gegen 19 Uhr war die Familie schließlich fast vollständig versammelt: Sabine kehrte von ihren Chorauftritten zurück, und auch Oma Margot stieß dazu. In familiärer, herzlicher Atmosphäre – wie es im Ruhrgebiet üblich ist: „Schön, datte da bist!“ – begann der festliche Abend. Miriam, die Tochter der Familie, verbrachte Heiligabend bei der Familie ihres Freundes. 

 

Beim Abendessen kamen die unterschiedlichen Weihnachtstraditionen zur Sprache. Sabine erläuterte, dass in vielen Familien im Ruhrgebiet Kartoffelsalat mit Würstchen als klassisches Heiligabendgericht gilt – ein praktisches und schnell zubereitetes Essen. Da viele Menschen im Ruhrgebiet an Heiligabend noch arbeiten mussten, wurde ein einfaches und schnell zu kochendes Gericht wie Kartoffelsalat mit Würstchen zur Tradition. Sabine erzählte außerdem, dass das Weihnachtsmenü in Kuba – wie sie gehört hat – aus Moros y Cristianos (Reis und Bohnen), Schweinefleisch und Gartensalat besteht. Für diesen besonderen Abend hatte sich Familie Gerlach zu Ehren ihrer kubanischen Gäste für ein festlicheres Menü entschieden: Es gab Beef Wellington, Erbsen mit Möhren, Klöße und Rotkohl. Das Essen war ein Genuss und wurde von allen sehr geschätzt. 

 

Im Anschluss an das festliche Mahl folgte die Bescherung. Die Feier verlagerte sich in den Keller, der als wohnlicher Raum und Replik der Stube im Obergeschoss eingerichtet war. Auch hier stand ein wunderschöner Weihnachtsbaum, unter dem die liebevoll verpackten Geschenke lagen. Die Bescherung begann mit Nina, dem einzigen Kind, die sich über neue Gaben freuen durfte. Danach erhielten die übrigen Familienmitglieder sowie die kubanischen Gäste ihre Geschenke, die sie jeweils einzeln und mit Namensschild versehen auspackten. 

 

Jesus Irsula dachte: „Besser kann es uns nicht gehen“, hatte aber gleichzeitig ein schlechtes Gewissen. Im deutschen Fernsehen sah er gerade einen Bericht mit dem Titel „In Kuba gehen die Lichter aus“ über die Stromabschaltungen dort, verursacht durch die Blockade von Erdöllieferungen für die Kraftwerke der Insel.    

 

Der von mir als idyllisch empfundene Verlauf seiner Weihnachten im Ruhrgebiet 2025 stand im Kontrast zur Lage vieler Familien in seiner Heimat und in vielen Teilen der Welt. In der Tat ist diese universelle Tradition – auch abhängig vom materiellen Stand – von Familie zu Familie verschieden, von Ort zu Ort anders, von Zeit zu Zeit ebenfalls. 

 

Jesus denke darüber nach:  

„Eigentlich brauche ich kein schlechtes Gewissen zu haben. Ich liebe mein Land und meine Familie. Meine Mutter – übrigens mein Idol – schenkte mir das Leben, bei dem ich alle Lernmöglichkeiten bisher genutzt habe. Diese Dankbarkeit prägt mein Denken, besonders an Feiertagen wie Weihnachten, an denen familiäre Nähe und die Erinnerung an die eigenen Wurzeln besonders präsent werden. 

 

Der „Weihnachtsmann“ hat mir die Möglichkeit geschenkt, ein Jahr das Ruhrgebiet mit meinem Sohn zu erkunden und diese Weihnachten hier zu verbringen. Dieses erste Semester war voller Freude und Ereignisse, doch nicht frei von Sorgen und Sehnsucht. Während ich diese besonderen Momente genieße, empfinde ich gleichzeitig eine gewisse Melancholie, die aus der Distanz zu meiner Heimat und den Herausforderungen des Lebens resultiert. 

 

Mit dem Beginn des neuen Jahres 2026 eröffnen sich für mich neue Herausforderungen. Der Himmel ist nicht klar, und mit der Jahreswende sind neue Sorgen hinzugekommen. Dennoch stehe ich nun vor der Aufgabe, die Erwartungen des „Anderen Blicks“ in meiner zweiten Heimat, dem Ruhrgebiet, zu erfüllen. Mein Ziel ist es, im Sommer wieder zur ewigen Sonne zurückzukehren, in die Heimat, die mich geprägt hat und der ich weiterhin verbunden bleibe.