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Neues erleben – neu denken!

Unser Erfolgsprojekt „Ruhr Natur“ geht mit dem Projektpaten Reinhold Messner in die nächste Runde:

Dortmund, Essen, Duisburg – die Großstädte des Ruhrgebiets könnten die Gäste aus Südtirol wohl auf einer Landkarte zuordnen. Aber wo bitte liegt das „Udoversum“? Das erfahren die Schüler des Oberschulzentrums (OSZ) Schlanders in dieser Woche: Im Rahmen des Projektes „Ruhr Natur“ erleben sie mit ihren Gastgebern vom Dortmunder Leibniz-Gymnasium die Ausstellung „Kometenhaft panisch“ in Oberhausen. Die Bilderschau von Udo Lindenberg wurde angesichts des großen Erfolges gerade noch einmal verlängert. Ein Höhepunkt des Austauschprogramms, an dem das OSZ Schlanders, ebenso wie das Oberschulzentrum Mals (Partner der Gesamtschule Bockmühle Essen), erstmals teilnimmt.

„Der Austausch im Rahmen des Projekts Ruhr Natur ist für die Südtiroler Schüler ebenso bedeutsam wie für die Teilnehmenden aus dem Ruhrgebiet, da er Horizonte erweitert, Perspektiven austauscht und Verständnis für unterschiedliche Lebensräume fördert.“

— Reinhold Messner

Im Rahmen des Austausches waren Schüler der Ruhrgebietsschulen bereits in den letzten Jahren in Südtirol und haben dort den Projektpaten Reinhold Messner getroffen. Am Ortler in Sulden auf etwa 3000 Metern Höhe hatte die Bergsteigerlegende Fragen zu Mut, Naturverbundenheit und Extrembergsteigen beantwortet.

 

Lehrer Markus Schalker vom Leibniz-Gymnasium beschreibt den Erfolg des Brost-Projekts so: „In dieser Natur zu sein, dieses Erlebnis und diesen Austausch zu haben, das macht das hier besonders. Dieses absolute Naturerlebnis, was für Nachhaltigkeit, nicht nur in der Natur, sondern im Denken führt, und genau dieses Denken führt zu Veränderungen.“

 

Im Austausch erleben die Gäste aus Südtirol jetzt Alltag und Herausforderungen einer Industrieregion.

 

Im Oberschulzentrum Schlanders werden rund 900 Jugendliche aus dem gesamten Vinschgau mit den Schwerpunkten Naturwissenschaften, Medizin und Technik sowie Sprachen, Wirtschaft und Tourismus unterrichtet. Internationalität, Mehrsprachigkeit und Praxisorientierung prägen das Leitbild des OSZ. Es verfügt über langjährige Erfahrung mit Austauschprogrammen und Projekten mit Partnerschulen im In- und Ausland und ist seit Februar 2025 als Erasmus-Schule akkreditiert.

 

Das Oberschulzentrum „Claudia von Medici“ in Mals pflegt enge Kooperationen mit regionalen Betrieben und Vereinen. Die etwa 700 Schülerinnen und Schüler sollen Werte wie Humanität, Autonomie und Verantwortung im Bildungsprozess verinnerlichen.

 

Im laufenden Schuljahr begleiten Auseinandersetzungen zwischen Lehrern und Landesregierung das Projekt der Brost-Stiftung. Lehrpersonen an Südtiroler Mittel- und Oberschulen machen Dienst nach Vorschrift. Klassenfahrten, Ausflüge und andere freiwillige Aktivitäten wollen sie erst wieder begleiten, wenn ihre Gehaltsforderungen erfüllt wurden.

 

Reinhold Messner äußerte sich kritisch zur aktuellen Situation: Er sieht darin eine bedenkliche Entwicklung, weil Lernen in der Natur mindestens genauso wichtig sei wie klassischer Unterricht im Klassenraum. Gerade Projekte wie „Ruhr Natur“ könnten diesem Trend entgegenwirken, weil sie nachweisen, dass Bildung nicht nur im Kopf, sondern auch im Erleben und Anfassen stattfindet. Bisher haben mehr als 200 Schüler am Brost-Projekt teilgenommen.