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Das Tor nach Wanne-Eickel strahlt wieder

Der erste Eindruck ist jetzt der Beste! Schüler*innen des Emschertal Berufskollegs in Herne-Wanne bringen bunte Graffiti-Kunst an alten Bahntunnel

Wer bisher aus dem Zug am Wanner Hauptbahnhof ausstieg und falsch abbog, landete in einer spärlich erhellten Unterführung. Deren Wände waren zwar mit Graffitis gestaltet, aber die Farben längst verblasst. Ein trost- und phantasieloses Ambiente am Eingangstor zu Wanne, das vielfach auch als Angstraum wahrgenommen wurde. Doch jetzt ist der düstere Angstraum Geschichte. Die Schüler*innen des Emschertal Berufskollegs haben die Wände neu bemalt. Statt des wenig originellen Zuges, den Fische und Meerjungfrauen umkreisen, strahlen jetzt typische Motive aus der Stadt Herne in bunten Farben von den Tunnelwänden. Die Cranger Kirmes, der Mondpalast und die Zeche Pluto kann man jetzt genau so entdecken wie das Schloss Strünkede und den Buschmannshof.

Die Idee zur Umgestaltung des tristen Tunnels entstand im Bürgerbeteiligungsprojekt „Ruhrgebiet besser machen“ der Brost-Stiftung. In Kneipengesprächen und digitalen Ideenwerkstätten entwickelten 650 Menschen gemeinsam rund 1.250 Ideen für ein besseres Ruhrgebiet.

Für die Ideengeber*innen war klar: Die neuen Motive sollten einen klaren Bezug zum Stadtteil und zur Stadt Herne haben. Unterstützt durch die Stadt Herne und den örtlichen Künstler Martin Domagala hat eine Gestaltungsklasse des Emschertal Berufskollegs die Motive selbst entworfen. „Graffiti ist eine Kunstform, an der jeder partizipieren kann, egal, welchen sozialen Hintergrund er oder sie hat. Man muss dafür kein ausgebildeter Künstler sein“, erklärt Domagala. „Viele fangen im Jugendalter an und entwickeln sich weiter. Das ist wie beim Autofahren: Je mehr man übt, desto besser wird man. Es schult das Durchhaltevermögen, wenn man bemerkt, dass es sich lohnt, an sich zu arbeiten. Deshalb sehe ich viel Potenzial in der Graffiti-Kunst als Türöffner für das Berufsleben.“ Er hat keine Motive von sich aus vorgegeben, sondern die Schüler*innen überlegten selbst, wie die Wände aussehen sollen. Dabei immer im Fokus: Ihre Heimatstadt und das, was sie mit ihr verbinden.

In einem Wettbewerb wurden die besten Entwürfe ausgewählt und nun von den Schüler*innen an die Wand gebracht. Weil es wegen der Corona-Pandemie für die Berufsschüler*innen gerade schwierig ist, einen Praktikumsplatz zu ergattern, wird ihnen die Arbeit an der Wand gleichzeitig auch noch als Praktikum angerechnet – eine Win-Win-Situation für die Jugendlichen und Bürger*innen der Stadt Herne. Am Ende steht ein Mural, das im besten Sinne zeigt, was Herne für die Jugendlichen bedeutet, aber auch, wo es in Zukunft vielleicht noch ein bisschen besser werden kann.

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