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Neue Perspektiven für Kirchenräume im Ruhrgebiet 

Neue Perspektiven für Kirchenräume im Ruhrgebiet

Manifesta 16 Ruhr eröffnet in vier Städten und zwölf ungenutzten Kirchen

Die von der Brost-Stiftung geförderte Manifesta 16 Ruhr macht das Ruhrgebiet seit dem 21. Juni 2026 für 15 Wochen zu einem zentralen Ort für zeitgenössische Kunst, Architektur und gesellschaftlichen Dialog. In Duisburg, Essen, Bochum und Gelsenkirchen werden insgesamt zwölf Nachkriegskirchen zu Ausstellungs- und Begegnungsorten transformiert. Die europäische Nomadische Biennale, die in diesem Jahr ihr 30-jähriges Bestehen feiert, widmet sich dabei einer hochaktuellen Frage: Wie kann bestehende Infrastruktur neu genutzt werden, um Gemeinschaft und Zusammenhalt in einer zunehmend fragmentierten Gesellschaft zu stärken? 

 

Die Brost-Stiftung unterstützt die Manifesta 16 Ruhr und setzt damit gezielt Impulse für kulturelle Innovation und gesellschaftlichen Austausch in der Region. Die Förderung trägt dazu bei, neue Perspektiven auf das Ruhrgebiet als Raum des Wandels zu eröffnen und die Rolle von Kultur als verbindendes Element hervorzuheben. 

Kirchenräume neu denken – Orte für Kunst und Gemeinschaft

Unter dem Leitmotiv „This is not a church hinterfragt die Biennale die traditionelle Funktion von Kirchengebäuden und entwickelt neue Nutzungsszenarien für diese oftmals leerstehenden oder wenig genutzten Orte. Statt sie ausschließlich als architektonisches Erbe zu betrachten, werden sie als potenzielle soziale Ankerpunkte gedacht. Die Projekte zeigen eindrucksvoll, wie ehemalige Kirchen in Ausstellungsräume, Gärten, Konzerthallen, Kunstschulen oder Kulturzentren verwandelt werden können und so zu Orten des Austauschs und der Begegnung werden. 

Internationales Programm und Impulse für die Region

Insgesamt präsentiert die Manifesta 16 Ruhr 67 neu produzierte Arbeiten von über 100 Teilnehmenden aus mehr als 25 Ländern. Besonders stark vertreten sind künstlerische Positionen aus Deutschland, Polen und der Türkei, was auch die vielfältige Migrationsgeschichte des Ruhrgebiets widerspiegelt. Ergänzt wird das Programm durch Manifesta 16+, das den Ansatz der Biennale auf weitere Städte überträgt: In zusätzlichen Projekten entwickeln lokale Initiativen gemeinsam neue Nutzungsideen für Kirchengebäude und bringen ihr Wissen und ihre Perspektiven aktiv ein. 

 

Die Biennale versteht sich nicht nur als Ausstellung, sondern als Impulsgeber für langfristige Transformation. Sie zeigt, wie die räumlichen und sozialen Hinterlassenschaften von Industrialisierung und Strukturwandel im Ruhrgebiet neu gedacht und für gemeinschaftliche Zwecke aktiviert werden können. Damit leistet die Manifesta 16 Ruhr einen wichtigen Beitrag zur Diskussion über die Zukunft von Städten, öffentlichem Raum und gesellschaftlichem Zusammenhalt – regional wie europäisch. 

Kommt vorbei

Die Manifesta 16 Ruhr läuft bis zum 4. Oktober 2026 und ist kostenfrei zugänglich. Neben den Ausstellungen erwartet die Besucher ein vielfältiges Begleitprogramm mit Veranstaltungen, Workshops, Spaziergängen und Angeboten für Familien. 

Bildnachweise:

Titelbild: FailAgainFailBetter, 2026 © Cabosanroque Collective. Photo © Manifesta 16 Ruhr / Rainer Schlautmann

Foto 1: Pew Power, 2026 © Augustas Serapinas. Photo © Manifesta 16 Ruhr / Rainer Schlautmann

Foto 2: Women in the Mines of All Kinds, 2010 © Mabe Bethônico. Photo. © Manifesta 16 Ruhr / Ivan Erofeev

Foto 3: Variation on Godspeed in 4/4, 2026 © TimeWilliam Engelen. Photo © Manifesta 16 Ruhr / Ivan Erofeev

Foto 4: Le Chant des Maisons, 2022 © Annika Kahrs. Photo © Manifesta 16 Ruhr / Ivan Erofeev

Foto 5: This is not a church pew, 2026 © Curro Claret. Photo © Manifesta 16 Ruhr / Ivan Erofeev