Großes Herz für kleine Menschen
Preisträger Fritz Pleitgen stiftet Brost-Ruhr Preis für die Krebs-Therapie bei Kindern und Jugendlichen

Fritz Pleitgen, ehemaliger Intendant des WDR und als gebürtiger Duisburger ein echtes „Kind des Reviers“, nahm dort den Brost-Ruhr Preis entgegen. Verliehen von der Brost-Stiftung für seine Verdienste um das Ruhrgebiet.
Der Ort der Verleihung erklärt sich durch einen 20.000-Euro-Scheck, den Professor Bodo Hombach, Vorstandvorsitzender der Stiftung, dabeihatte: Diese mit der Auszeichnung verbundene Dotation spendet Pleitgen an die Stiftung Deutsche Krebshilfe. Das Geld soll für eine Studie zur Behandlung der akuten myeloischen Leukämie (AML) bei Kindern und Jugendlichen verwendet werden. Die Studienleitung liegt bei der Kinderklinik des Universitätsklinikum Essen. Bis vor kurzem war Pleitgen Präsident der Stiftung Deutsch Krebshilfe. Im vergangenen Jahr traf ihn die lebensbedrohliche Krankheit selbst.
„Bei ungezählten Auftritten in der Öffentlichkeit setzte er das – auch akustische – Gewicht seiner Stimme ein, wenn es darum ging, Verständnis für die Region zu wecken“, würdigte Hombach in seiner Laudatio Pleitgens Einsatz für das Ruhrgebiet. Nur eines von zahlreichen Beispielen: Als Geschäftsführer der Ruhr 2010 GmbH brachte Pleitgen das Kulturhauptstadt-Projekt in Essen mit auf den Weg. Das Ereignis gab seiner Heimatregion weit über das Veranstaltungsjahr hinaus nachhaltige Impulse.
Eine Herzensangelegenheit war ihm auch das Engagement für gemeinnützige und soziale Belange. Der Stiftung Deutsche Krebshilfe ist Pleitgen bis heute sehr verbunden. Wohin das Preisgeld gehen soll, war deshalb schnell entschieden. Und wie wichtig eine schnelle und passgenaue medizinische Therapie im Kampf gegen den Krebs sein kann, musste er vor gut einem Jahr selbst erfahren: „Auch mich hat der Krebs nicht allein gelassen. Ich hatte damals mit meinem Leben abgeschlossen, hatte aber das Glück, gleich an einen ausgezeichneten Chirurgen zu geraten, der mich operiert hat.“ Einen Ehrenplatz für den Preis gibt es auch bereits: ein prachtvoller alter Schrank in seinem Haus – im Kölner Jargon ‚Prahlhans‘ genannt, so Pleitgen – solle die Auszeichnung beherbergen.

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