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Medienkompetenz und persönliches Wachstum

Seit 25 Jahren schreiben Schüler im Wirtschaftsteil der F.A.Z.

Jugendliche bekunden ein großes Interesse an Nachrichten, informieren sich allerdings nur selten durch das Lesen einer Zeitung und viel öfter auf Internetplattformen wie Tiktok, Instagram und Youtube. Die Gefahr ist groß, dass sie dort nur oberflächlich oder falsch informiert werden. Nehmen Oberstufenschüler hingegen am Projekt „Jugend und Wirtschaft“ teil, werden sie zu regelmäßigen Lesern einer Qualitätszeitung, denn sie erhalten ein Schuljahr lang ein Abonnement der F.A.Z. Außerdem verfassen sie eigene Wirtschaftsartikel – die besten werden auf der Seite „Jugend und Wirtschaft“ veröffentlicht, die 16 Mal im Jahr im Wirtschaftsteil der F.A.Z. erscheint.

In diesem Jahr feiert das Projekt sein 25-jähriges Jubiläum.
Jedes Jahr findet Mitte September eine feierliche Preisverleihung im F.A.Z.-Tower in Frankfurt statt, in der die besten Schülerleistungen ausgezeichnet werden. Dieses Jahr erhielten vier Schülerinnen und zwei Kurse die Geldpreise, die von der FAZIT-Stiftung ausgelobt werden. Sie ist die Mehrheitseigentümerin der F.A.Z. und Trägerin von „Jugend und Wirtschaft“; seit dem Schuljahr 2024/25 wird das Projekt von der Brost-Stiftung gefördert.

Im Schuljahr 2024/25 haben wieder rund 50 Schulen und etwa 1000 Oberstufenschüler an „Jugend und Wirtschaft“ teilgenommen. Einschließlich des im September beginnenden 26. Jahrgangs zählt das Projekt rund 29.000 Teilnehmer, die bisher mehr als 1500 Artikel in der F.A.Z. veröffentlicht haben. Wer es in die Zeitung geschafft hat, hat ein Thema gefunden, das so noch nicht in der F.A.Z. zu lesen waren und wichtige Zahlen recherchiert. Die meisten schreiben über Unternehmen und müssen etwas über deren Umsatz herausfinden. Kein Artikel wird zudem ohne mindestens ein selbst geführtes Interview veröffentlicht.

„So viel Stolz, so viel Strahlen – das sieht man im normalen Unterricht nicht.“

— Projektlehrer bei "Jugend und Wirtschaft"

Wie kann man im Unterricht mit der Zeitung sinnvoll arbeiten? Wie schaffen es Schüler, einen Wirtschaftsartikel zu schreiben? Das lernen die Lehrkräfte in einem zweitägigen Seminar, das sich an die Preisverleihung anschließt. Organisiert wird es vom Izop-Institut aus Aachen, das „Jugend und Wirtschaft“ pädagogisch betreut.
Die Lektüre der Zeitung verbessere den Unterricht, weil man stets einen Aktualitätsbezug herstellen könne, heben Projektlehrer hervor. Sie schule außerdem die Medienkompetenz, was wichtiger sei denn je. Das Schreiben der Artikel, vor allem die Recherche, lässt die Schülerinnen und Schüler auch persönlich wachsen. Wer ein Interview mit einem Geschäftsführer bekommen möchte, muss die Komfortzone verlassen und womöglich hartnäckig bleiben. Wer Umsatzzahlen erfahren will, muss gut kommunizieren können. Wer seinen Artikel in der Zeitung sehen möchte, braucht Durchhaltevermögen, denn typischerweise muss die erste Fassung überarbeitet werden. Gelingt eine Veröffentlichung ist die Freude riesig. Ein Projektlehrer sagt: „So viel Stolz, so viel Strahlen – das sieht man im normalen Unterricht nicht.“