Ruhrgebiet mit Meerblick
Für „Melting Pott Europe“ hat Till Brönner den Blickwinkel deutlich erweitert. Fortsetzung eines erfolgreichen Projektes, Startschuss für ein zukünftiges

Ein Wunsch, der sich jetzt mit Unterstützung der Brost-Stiftung auf besondere Weise realisiert: Melting Pott goes Europe! Die Ausstellung wurde erweitert und soll im Ludwig Museum in Koblenz unter dem Namen „MELTING POTT Europe“ auch die Menschen außerhalb des Ruhrgebiets begeistern. „Es sind weniger Bilder, aber das Spektrum ist deutlich erweitert“, erläutert Brönner das Konzept der aktualisierten Fotoschau. „Wir möchten den Blick auf das Ruhrgebiet erweitern mit dem Blick auf Europa. Grenzöffnung ist die klare Botschaft.“
Die Erweiterung des Blickwinkels ist für den weltbekannten Jazztrompeter und „Foto-Autodidakten“ (Brönner über Brönner) folgerichtig und naheliegend. „Das Ruhrgebiet liegt nicht nur im Herzen Europas, sondern für mich ist es auch das Amerika von Deutschland. Es gibt hier viele Unterschiede. Auch Ungerechtigkeiten. Strukturwandel ist im Pott nicht nur ein Wort. Diese Herausforderungen lassen sich auf den ganzen Kontinent übertragen. Die Pandemie hat deutlich gemacht, wie schwerfällig in ganz Europa die Gestaltung der Zukunft verläuft.“
Zu den bekannten Ruhrgebietsmotiven kommen bisher nicht gezeigte, neue Porträts und Architekturaufnahmen. Brönner beschreibt eines der Europa-Motive: „Von einem erhöhten Standort konnte ich vier Tanker auf dem Mittelmeer fotografieren. Das Bild reduziert das Meer auf eine Wasserstraße als Knotenpunkt der Weltwirtschaft. Aber es soll gleichzeitig das Bewusstsein geweckt werden, dass täglich tausende Menschen versuchen, von dem einen an das andere Ufer in eine bessere Welt zu gelangen. Und viele die Überfahrt nicht überleben.“

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