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Svenja Schlenker im BrostCast: „Unser Ziel ist definitiv die Bundesliga“

Für die Abteilungsleiterin der BVB-Fußballfrauen führt der Weg an die Spitze nur über Qualifikation

30. März 2022

Davon können die männlichen Kicker von Borussia Dortmund nur träumen: Mit 33 Punkten nach elf Spielen und einem Torverhältnis von 87:0 führt das schwarz-gelbe Frauenteam die aktuelle Tabelle an! Zugegeben, in der Kreisliga A…

…aber das ist genauso gewollt. Im BrostCast mit Hajo Schumacher erklärt Svenja Schlenker, Leiterin Frauenfußball, den eingeschlagenen Weg von ganz unten Richtung Bundesliga. „Wir haben ganz bewusst darauf verzichtet, eine Lizenz zu kaufen, um höherklassig einzusteigen. Oder Spielerinnen zusammenzukaufen. Wir leben ein Stück die Mentalität des Ruhrgebietes, nach der man sich alles erarbeiten muss.“

Nachdem die Mitglieder nachhaltig die Gründung einer Frauenfußball-Abteilung eingefordert hatten, wurde die 2020 endlich ins Leben gerufen. Schlenker wechselte als früher aktive Fußballerin vom Marketing an den Spielfeldrand. Warum öffnete sich Borussia Dortmund erst so spät für Kickerinnen? Schlenker: „Wir haben lange den Frauenhandball gepusht, das Team wurde letzte Saison ungeschlagen Deutscher Meister und spielt in der Champions League.“

Bis dahin ist der Weg für ihre Spielerinnen vergleichsweise weit: Sechsmal in Folge müsste Borussia aufsteigen, um in der höchsten deutschen Spielklasse anzukommen. „Sechs Jahre dauert ein solcher Durchmarsch mindestens“, so Schlenker, die selbst auf Verbandsliga-Niveau gespielt hat. „Wir sollten dabei die eine oder andere Ehrenrunde einkalkulieren. Aber das Ziel ist definitiv die Bundesliga!“

Es gibt einen großen Fokus auf den Frauenfußball

Den Weg dorthin gehen die Fußballfrauen unter ganz anderen Voraussetzungen als die Männer. Trainer Thomas Sulewski arbeitet auf Basis eines 450-Euro-Jobs, die Ausstattung der Spielerinnen übernahm Puma – als Zugabe zum Ausstattervertrag mit den männlichen Profis. Schlenker: „Wir haben auch von Anfang an darauf geachtet, dass wir als neu gegründete Frauenabteilung beim BVB die umliegenden Vereine nicht gefährden. Die Sogwirkung des großen Namens war uns bewusst, deshalb haben wir beim Scouting geregelt, dass maximal zwei Spielerinnen aus einer anderen Mannschaft zu uns wechseln konnten. Wir mussten vielen absagen.“

Zur Faszination gehört nicht nur der Name, die Frauen von Borussia Dortmund spielen auf historischem Grün im Stadion Rote Erde. Schlenker: „Das fühlt sich für unsere Spielerinnen wahnsinnig an, aber auch die Gäste freuen sich wie Bolle. Zuletzt haben sich die Mädels von Teutonia Landstrop für das tolle Erlebnis bedankt – obwohl wir 15:0 gewonnen haben.“ Zum Saisonauftakt kamen 1300 Zuschauer, Schlenker freut sich auch über gelegentliche Besuche der Profis. „Mats Hummels und Marcel Schmelzer haben schon mal vorbeigeschaut.“ Hummels hat das sogar bei Instagramm gepostet…

Schlenker (Jahrgang 1983) berichtet auch über die Maßnahmen ihres Vereines gegen Übergriffigkeiten und Machtgefälle im Geschlechterverhältnis und im Verhältnis zwischen Erwachsenen und Kindern/Jugendlichen: „wir als Borussia Dortmund handeln sehr präventiv. Vor einigen Jahren haben wir ein Schutzkonzept entwickelt und schulen regelmäßig unsere Trainer und Trainerinnen.“  

Im verbalen Doppelpass mit Schumacher erzählt Schlenker unterhaltend über ihre Qualitäten beim Grätschen, ein gebrochenes Steißbein sowie ihre Eltern als große Vorbilder, die ihr Fußballspiel jederzeit unterstützt haben.Reinhören, überall wo es Podcasts gibt! In der nächsten Folge des BrostCasts (ab 12. April) spricht Hajo Schumacher mit Professor Bodo Hombach, dem Vorsitzenden der Brost-Stiftung. Hombach ruft u.a. die Zivilgesellschaft zum Aufstand.

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