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Micky Beisenherz im BrostCast: „Auf gesunde Art ambitionslos“

Originelle Liebeserklärung im BrostCast von Micky Beisenherz an die Ruhrgebietsmenschen

19. Januar 2022

Hajo Schumacher stellt seinen Gast als erfolgreichen „Zu-allem-eine-Meinung-Haber“ vor, Micky Beisenherz kontert mit „Hallo, Du Arsch…“ – Auftakt eines BrostCasts der Sorte hart aber herzlich! Inhaltlich spannend, die Sprache oft rauh wie auf den Straßen des Ruhrgebiets, dessen Alleinstellungsmerkmal laut Beisenherz in seiner selbstbewussten „Scheißegaligkeit“ liegt.

Im Gespräch der beiden Unterhaltungsprofis geht es weniger um eine tiefgreifende gesellschaftliche Analyse als vielmehr um den Blick ins Herz der Ruhrgebietsmenschen, zu denen sich Beisenherz, geboren in Castrop-Rauxel, offen bekennt. „Warum soll eine Currywurstbude nicht identitätsstiftend sein?“, fragt der Autor und TV-Moderator ketzerisch. „Wir wollen gar nicht mehr sein. Die Menschen hier sind bescheiden und auf gesunde Weise ambitionslos.“ Gepaart mit Offenheit und Herzlichkeit. Im Gegensatz zum dick aufgetragenen „Mia san mia“ der Münchner Schickeria oder den „Anker-Hoodies“-tragenden Hamburgern.

Beisenherz wehrt sich jedoch gegen jegliche Klischeebildung: „Eine Schimanski-artige Ruhrgebietsidentität gibt es nicht mehr.“ Die Faszination der Region liege im Alltäglichen. Dortmund und andere Großstädte besitzen für den Sohn eines Klempners („Gas, Wasser, Scheiße-Dynastie“) hohe Lebensqualität, nicht zuletzt wegen des vielen Grüns: „Die Leute wollen hier zurecht nicht weg.“

Er selbst lebt aktuell in Hamburg, ist aber mindestens alle vierzehn Tage daheim in Castrop-Rauxel, wo die Familie mit vier Generationen unter einem Dach wohnt. „Vorstellbar wäre für mich eine Rückkehr in Altersteilzeit“, scherzt Beisenherz (44), der zugibt, im Gegensatz zum ehemaligen Brost-Metropolenschreiber Wolfram Eilenberger, „betriebsblind“ für die strukturellen Herausforderungen des Ruhrgebietes zu sein.

Hören Sie rein in ein launiges Gespräch über wackelige „Klapperplatten“ an der Ruhruni, die Folgen von Grätschen beim Kicken auf dem Kunstrasen sowie Multikulti auf der Baustelle. Und lassen Sie sich erzählen, warum Micky Beisenherz die Schlüsselgewalt in der JVA Recklinghausen hat!

In der nächsten Folge trifft Hajo Schumacher die Journalistin und Theodor-Wolff-Preisträgerin Hatice Akyün (verfügbar ab 2. Februar).

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