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Lichtmaschine bewegt sich wieder

Sieben Meter hoch ist die „Lichtmaschine“ des Krefelder Kinetik-Künstlers Adolf Luther. Sie wurde 1970 in Gelsenkirchen enthüllt. Wie alle im Rahmen des Projekts „Public Art Ruhr“ in die Jahre gekommenen Kunstwerke im Ruhrgebiet wurde auch sie gereinigt. Spuren von Vandalismus wurden beseitig und vor allem: Die Lichtmaschine erhielt einen neuen Motor. Gemeinsam mit der Stiftung für Kunst und Kultur e.V. und der Ruhr Tourismus GmbH konnten bislang zehn Kunstwerke nach der Restaurierung erneut der Öffentlichkeit übergeben werden. Seit fünf Jahren läuft das Förderprojekt „Public Art Ruhr“, das die Brost-Stiftung unterstützt, und ist jetzt mit der Neuenthüllung der „Lichtmaschine“ abgeschlossen.

Europäische Avantgarde

Im zugewachsenen Wassergraben von Schloss Horst, wo die Skulptur heute steht, zeichnete Prof. Dr. Wolfgang Heit, Vorsitzender der Brost-Stiftung, am 28. Juni anlässlich der Neuenthüllung ein Bild des Künstlers, der 1990 verstarb: „Luther gehörte zusammen mit der Zero-Gruppe in Düsseldorf zur europäischen Avantgarde. Die bediente sich aktueller Materialien der Industrie- und Warenkultur. Mit seriellen Formen widersprach sie der üblichen Unikatspose. Und sie attackierte das Geläufige nicht mit Tabubruch, sondern mit subtiler Umgehung.“
Foto Prof. Dr. Wolfgang Heit, Vorsitzender des Vorstands der Brost-Stiftung.
Foto Prof. Dr. Wolfgang Heit, Vorsitzender des Vorstands der Brost-Stiftung.
Licht und Bewegung

Adolf Luther warf traditionelle Materialien und Bildformen über Bord. Er verließ die Bildsprache und arbeitete fortan mit Licht und Bewegung, mit Spiegeln, Glas und Metall. Nicht als Methode, Vorwand oder mittelbarer Zweck, sondern als Ausdrucksform einer emanzipierten Wirklichkeit, die eigenen Gesetzen folgt. „Die ‚Lichtmaschine‘ ist in ständiger Verformung. Sie ist nicht einfach nur vorhanden. Sie ereignet sich. Sie spiegelt ihre Umgebung, und gleichzeitig zerlegt sie unsere Wahrnehmung in Fragmente, die sich immer neu zusammensetzen“, beschreibt Prof. Dr. Heit in seiner Ansprache. „Das Bild steht zwischen Betrachter und Objekt. Es hat nichts Grüblerisches, ist nicht theoriebelastet. Im Gegenteil: Wir erleben es als heiteres Spiel der zahlreichen Möglichkeiten.“

Zum Förderprojekt finden Sie hier mehr.

Fotos: Copyright VG Bild-Kunst, Bonn 2017
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v.l. Frank Baranowski (Oberbürgermeister der Stadt Gelsenkirchen), Prof. Dr. Walter Smerling (Vors. Stiftung für Kunst und Kultur e.V.), Ulrich Feldhaus (Dipl. Restaurator), Prof. Dr. Wolfgang Heit (Vorstandsvors. Brost-Stiftung).

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