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Künstliche Intelligenz: Wann schafft der Mensch sich selber ab?

TV-Diskussion mit Metropolenschreiberin Raphaela Edelbauer

25. Januar 2022

Was unterscheidet die natürliche noch von der künstlichen Intelligenz? Oder zugespitzt gefragt: Wann beherrschen von Menschen geschaffene Superhirne ihre Schöpfer? Werden wir bereits 2040, wie es einige Experten vorhersagen, Robotern mit Emotionen und Bewusstsein gegenüberstehen?

Schriftstellerin Raphaela Edelbauer sieht diese Prognosen eher skeptisch. „Es ist keine Frage der Rechenleistung“, so die Metropolenschreiberin Ruhr, die sich in ihrem aktuellen Buch „Dave“ mit der Entwicklung eines künstlichen Superhirns beschäftigt. „Aber es scheint ebenso schwierig, künstlicher Intelligenz eine Singularität, also ein Bewusstsein zu geben, wie aus Blei Gold zu machen.“

In einer Diskussion im Rahmen der „Sternstunden der Philosophie“ mit Bestseller-Autor Wolfram Eilenberger sucht Edelbauer nach Antworten auf Zukunftsfragen der Menschheit. Mit dabei die Schweizer Autorin Martina Clavadetscher.

Beide Gesprächspartnerinnen empfehlen sich durch ihre aktuellen und preisgekrönten Bücher als Fachfrauen in der Thematik. Edelbauer (lebt derzeit auf Einladung der Brost-Stiftung in Mülheim), wurde für ihr Buch über Mega-Computer „Dave“ mit dem Österreichischen Buchpreis 2021 ausgezeichnet. In „Erlenen des Ungehorsams“ (Schweizer Buchpreis 2021) thematisiert Clavafetscher ebenfalls das Thema Künstliche Intelligenz (KI), unter anderem am Beispiel der Romanfigur Ling, die dabei hilft, Latex-Sexpuppen Sprache einzutrichtern und sie Kommunikation zu lehren.

Den größten Unterschied zwischen Mensch und KI sieht Edelbauer im Körper aus Fleisch und Blut, der Maschine fehle jede organische Materie. Gleichwohl entsprängen die künstlichen Gehirne dem menschlichen Wunsch, sich selbst nachzubilden. Martina Clavadetscher sieht hier eine interessante Parallele: „Ich könnte die Frage stellen, ob auch ich eine Maschine bin. Gemacht und geschöpft von meinen Eltern.“

In der spannenden Diskussion über künftiges Miteinander von Mensch und KI geht es nicht nur um die Frage, wo Computer bereits unser Leben erleichtern, sondern auch um Verantwortung und Entmündigung im Umgang mit ihnen. Wer haftet beispielsweise für einen Unfall im selbstfahrenden Auto? Führt der permanente Austausch mit der virtuellen Realität zur Vereinsamung? Verschärft Künstliche Intelligenz die sozialen Unterschiede, weil der Zugang zur KI auch an materielle Möglichkeiten geknüpft ist?

Edelbauer: „Das Heilsversprechen, die Computer kümmern sich am Ende um die niederen Arbeiten und schaffen so den Menschen mehr Freiräume, sehe ich kritisch. Einerseits führt die Aufgabenteilung bereits zu einer Entmündigung, weil wir zum Beispiel angesichts der Nutzung von Navigationsgeräten nicht mehr in der Lage sind, eine Karte zu lesen.“ Und bei den künftigen Herausforderungen der Menschheit, wie der sich abzeichnenden Klimakatastrophe, sei keine Unterstützung durch Künstliche Intelligenz zu erwarten. Edelbauer: „Der Mensch ist das Problem, nicht die KI.“

Für die Schriftstellerinnen hält sich übrigens die Neugier auf eine Begegnung mit einem Empathie-begabten Roboter in Grenzen. Auf Eilenbergers abschließende Frage, ob sie sich (hypothetisch) lieber mit einem überraschend auftauchenden Außerirdischen oder einer menschenähnlichen Maschine unterhalten möchte, präferieren beide das grüne Männchen…

Was unsere aktuelle Metropolenschreiberin Raphaela Edelbauer sonst so macht?

Aktuell befindet sie sich auf Lesereise im hohen Norden: Raphaela Edelbauer – LiteraTour Nord.

Ihre Erkundung des Ruhrgebiets können Sie regelmäßig in ihrem Videotagebuch verfolgen: Raphaela Edelbauer – YouTube

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