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Früh die richtigen Weichen stellen

„ElternAkademie Ruhr“ hilft mit Förderung der Brost-Stiftung beim Berufseinstieg

22. Februar 2022

Tim R. hat`s geschafft! Obwohl er nicht mit optimalen Startchancen ins Bewerbungsverfahren ging, hat der Hauptschüler aus Mülheim/Ruhr „seinen“ Ausbildungsplatz bekommen. Tim macht eine Lehre zum Ausbildungsmechaniker, Fachrichtung Betriebstechnik, bei der Rheinisch-Westfälischen Wasserwerksgesellschaft (RWW).

Nur eine von vielen Erfolgsgeschichten aus der „ElternAkademie Ruhr“, die seit mehreren Jahren von der Brost-Stiftung unterstützt wird. Die Idee hinter dem Projekt: Weil Eltern maßgeblichen Einfluss auf den Lebens- und Berufsweg ihrer Kinder haben, sollen sie gemeinsam mit den angehenden Azubis bereits in Klasse 9 und 10 über Ausbildungs-Chancen informiert werden. Dazu lädt die Akademie Ausbilder/innen ortsansässiger Unternehmen an verschiedene Partnerschulen (u.a. Hauptschule am Hexbachtal, Mülheim/Ruhr) in sozial benachteiligten Quartieren des Ruhrgebietes ein.

„Wir versuchen, Eltern und Schüler frühzeitig für mögliche Berufswege zu sensibilisieren“, erklärt Dr. Britta L. Schröder, Geschäftsführerin der „TalentMetropole Ruhr“, unter deren Dach die Initiative gestaltet wurde. „Die Jugendlichen stehen noch nicht vor dem Abschluss, aber viele wissen nicht, dass sie sich bereits ein Jahr vorher bewerben müssen. Kenntnisse über Fristen und Voraussetzungen zum Berufseinstieg fehlen oft.“

Die Fachleute der benachbarten Firmen informieren darüber hinaus über mögliche Praktika zur Orientierung auf dem Arbeitsmarkt. Schröder: „Die direkten Kontakte sind enorm wichtig. Schüler und Eltern haben in der Regel nur sehr beschränkten Einblick in die vielfältigen Ausbildungsbereiche.“

Erklärtes Ziel der „TalentMetropole Ruhr“ ist es, bislang nicht erschlossene Potenziale mit neuen Strategien aufzuspüren und Talente über eine gezielte Förderung zur Entfaltung zu bringen. „Zielgruppen sind dabei beispielsweise Kinder und Jugendliche aus sozial benachteiligten Verhältnissen. In vielen Städten unserer Region hängen die Bildungschancen oftmals davon ab, ob Kinder nördlich oder südlich der Autobahn A40 geboren werden“.

Seit 2018 steigt die Zahl der Teilnehmer an der „Eltern-Schüler-Akademie“ beständig, 350 Eltern und Schüler waren etwa 2019 dabei. Neben Duisport und der Polizei NRW stellten zahlreiche ortsansässige Arbeitgeber ihre Ausbildungsoptionen vor. Die Einschränkungen der Corona-Pandemie erschwerten in den letzten Jahren die Durchführung, deshalb entstand zum Ausgleich abgesagter Präsentveranstaltungen 2021 ein Heft mit den Ratschlägen der Fachleute für die späteren Berufseinsteiger und ihre Eltern.

„Corona hat die Situation zusätzlich verschärft“, so Schröder. „Viele Schüler haben sich gar nicht beworben, weil sie im Lockdown mir anderen Herausforderungen zu kämpfen hatten. Der langfristige Beratungsbedarf ist sehr hoch!“

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