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Eine doppelt gute Wahl


Metropolenschreiberin Raphaela Edelbauer erhält Österreichischen Buchpreis 2021

Die Welt in gar nicht ferner Zukunft: Als Folge ungebremster Klimaerwärmung und extremen Wassermangels sind in einem Labor knapp über dem Erdboden nur noch 118.998 Menschen auf der Erde übriggeblieben. In diesem soll der Mathematiker Syz das Elektronenhirn DAVE füttern, den in Entwicklung befindlichen Prototyp einer künstlichen Superintelligenz.
In diesem Rahmen spielt der Roman von Raphaela Edelbauer (31), der jetzt mit dem Österreichischen Buchpreis 2021 ausgezeichnet wurde. Zur Preisverleihung in Wien reiste die Autorin aus Mülheim an der Ruhr an – Edelbauer ist die aktuelle Metropolenschreiberin Ruhr der Brost-Stiftung! „Ein Preis, der mir sehr viel bedeutet", sagte sie im Anschluss an die Verleihung der mit 20.000 Euro dotierten Auszeichnung. "Ich habe heute sehr gelitten und mir nie gedacht, dass ich den Preis gewinne."
Sie nehme sich nicht sonderlich viel Zeit zwischen ihren Büchern, weil es ihr im Leben am meisten Spaß mache, zu schreiben. Sie versuche aus jedem Buch etwas zu lernen und an den Aufgaben zu wachsen. So hatte sie den im Klett-Cotta-Verlag erschienen Gewinner-Roman schon früher einmal begonnen und wieder abgebrochen, weil sie gefühlt noch nicht das literarische Rüstzeug dafür hatte, wie sie bei der Lit.RUHR erzählte.

Raphaela Edelbauer habe mit DAVE "einen raffinierten Science-Fiction-Roman mit eingebauter Liebesgeschichte geschaffen, der nach den Gesetzen des Thrillers funktioniert“, so die Begründung der Jury. „Dabei unterhält man sich nicht nur, sondern erfährt dank Edelbauers erstaunlicher Belesenheit viel über philosophische Debatten, Bewusstseins- und Gedächtnisforschung, Informatik und lernende Systeme, deren Heilsversprechen die Autorin spürbar misstraut."
Bodo Hombach, Vorstandsvorsitzender der Brost-Stiftung, sieht sich in der Preisvergabe durch die Literaturfachleute bestätigt: „Eine gute Wahl in Österreich – und von uns!“
Bereits für ihr Prosadebüt Entdecker 2018 hatte die passionierte Ruderin den Rauriser Literaturpreis und im selben Jahr beim Bachmannpreis den Publikumspreis gewonnen. Mit Das flüssige Land war sie 2019 zudem für den Deutschen Buchpreis nominiert. Eigentliches Ziel ist aber der Büchner-Preis, wie Edelbauer auf Twitter kundtut, „spätestens 2031“.
Sie ist übrigens auch auf anderen Social-Media-Kanälen unterwegs, den aktuellen Aufenthalt im Ruhrgebiet auf Einladung der Brost-Stiftung begleitet sie mit einem unterhaltsamen Videotagebuch

Hier finden Sie die offizielle Ankündigung des Österreichischen Buchpreises sowie ausführliche Jurybegründungen.

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